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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Bernhard Hachleitner und Matthias Marschik 8 Konflikte ImKontext der komplexenAusverhandlungen von jüdischen Identitäten und von jüdischerDifferenzerscheinenKonflikte, ihreGenese,AustragungundLö- sung von besonderem Interesse, machen sie doch paradigmatisch kulturelle Kontexte evident, die ansonsten oft verborgen bleiben oder kaum an die Öf- fentlichkeitgelangen.KonflikteerlaubeneinebeispielhafteRekonstruktionder auslösendenundumrahmendenKultur, der Deutungsmuster, Lösungsvarian- tenundderhegemonialenStrukturenderLösung.Konflikte verdeutlichenBe- dingungen, PraxenundAnwendungen vonWissenundMacht. Sowerden sie auch zur Grundlage der Konstruktion von Gruppenidentitäten, wenn die Ab- grenzungvonKonfliktgegnerInnenzukollektivemHandelnodergemeinsamen kollektivenAussagen führt.Gerade imFalle vonKonfliktenwerden– inveröf- fentlichten (Zeitungen) und unveröffentlichten Quellen (Polizeiberichte, Ge- richtsakten, private Korrespondenzen etc.) – Standpunkte manifest. Im Kon- flikt–vorallemwenner ineinerFormvonDelinquenzmündet–werdenauch minder prominente Subjekte sichtbar, die ansonsten kaumdiskursive Spuren hinterlassenhaben. Im Fall unserer Untersuchungsgruppe der SportfunktionärInnen bildeten KonflikteAnlässe, sich zuFragenvon jüdischerDifferenz zuäußern,die sonst gerade imSportkontext vielleicht verborgen gebliebenwäre.Mitunter führten Konflikte auch zur Produktion vonEgodokumenten, in denendie Betroffenen ihre Haltung zum Judentum explizit formulierten. Die Konflikte und ihre Lö- sungenzeigenbeispielhaftAspektevon (Definitions-)Machtauf,nichtallein in derAuseinandersetzungselbst, sondernauch in ihrenKontexten;derKonflikt ist stets auch eine performative „soziale Interaktion, die eine Identifizierung, Abgrenzungund Imitation ermöglicht“.1 FunktionärInnenwaren AkteurInnen in Konflikten, sei es direkt als Kon- fliktpartei oder indirekt, indem zu Konflikten öffentlich Stellung genommen wurde. ImSinneeinerDiskursanalysegehtesdarum,zuentschlüsseln,welche AkteurInnenmit welchen Ressourcen, Interessen, Strategien die SprecherIn- nenpositionen besetzten.2 Für unser Projekt stand die Frage imVordergrund, welche Rolle jüdischeDifferenz dabei einnahm. Lisa Silverman argumentiert, 1 Klaus Hödl, Wiener Juden – jüdische Wiener. Identität, Gedächtnis und Performanz im 19. Jahrhundert (Innsbruck 2006) 45. 2 Reiner Keller, Wissenssoziologische Diskursanalyse. Grundlegung eines Forschungspro- gramms (Wiesbaden 32011). Open Access. © 2019 Bernhard Hachleitner und Matthias Marschik, publiziert von De Gruyter. Dieses Werk ist lizenziert unter der Creative Commons Attribution 4.0 International Lizenz (CC BY 4.0). https://doi.org/10.1515/9783110553314-008
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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