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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Profifußball: Massensport oder elf bezahlte Gladiatoren? 185 Aufladung, die besonders im Fußballverband Konflikte auslöste, zumal sich dessen informelle, politisch segregierte Unterverbände heftige Kontroversen lieferten.VerstärktwurdedieSituationdurchdieAnerkennungeines tschechi- schenundab1922aucheines jüdischenUnterverbandes,die„ingleicherWeise berücksichtigt“wurden.7 ImZugedieser permanentenKonflikte legten imDezember 1922 zwei pro- minente (jüdische)bürgerlicheFunktionäre, IgnazAbelesundMartinHaudek, ihreMandate imFußball-Verband nieder,8 was jedoch nicht zwangsläufig als ReaktionaufantisemitischeAngriffe zuwertenwar.Denn imFußballsport ließ sich zwar immerwieder einmitunter heftiger,manchmal subtilerAntisemitis- muskonstatieren,dochwarerzumeistvonMachtkalkülen,vonOrganisations- politikoder simplenSportinteressenüberlagert. IndiesemFall argumentierten beide Funktionäremit der zunehmendenMachtfülle undWillkür sozialdemo- kratischer Funktionäre.9 AuchalsAnfang1923 imWienerFußball-VerbandeinneuerVorstandspos- tengeschaffenundmitdem„Jüdischnationalen“HermannKörnerbesetztwur- de,war dieKritik des Illustrierten Sportblattes eher antisozialistischmotiviert: „V.A.S.und jüdischerSportverbandhabeneinander ihreLiebeerklärt. […]Üb- rigens sah es von Anfang an verdächtig darnach aus, als ob die Sympathien der Führer des V.A.S. von der Mehrheit ihrer Leute keineswegs geteilt wür- den.“10 Aber auch Antisemitismus wurde dabei transportiert, indem das be- liebteBild einer angeblichenDifferenz zwischenden (jüdischen) Führernund den (nichtjüdischen)Arbeiternbemühtwurde.DieKoalition zwischenden jü- dischnationalen undden sozialdemokratischen Fußballvereinen, die auf eine gemeinsamepolitischeAgenda, denMassensport, zurückgeführtwurde, blieb denn auch kurzlebig. BeschworHakoah-Funktionär Spitzer noch 1923 die Ge- meinsamkeit, indem „er die Vereine des Schutzverbandes heftig angriff, weil die ‚elf Gladiatoren‘hätten, imGegensatz zudenVereinendesV.A.S. unddes jüdischen Sportverbandes, die alle beide den ‚reinen Massensport‘ betrei- ben“,11 optierte die Hakoah nach der Einführung des Profibetriebes und der SpaltungdesVerbandes–wiealleanderenVereinederhöchstenSpielklasse– für denbürgerlichenVerbandund fürdenProfessionalismus. Zudem zählte die Hakoah in der Liga anfangs zu den Vereinen mit den höchsten Budgets, was in der Folge zu heftigen und langjährigen Konflikten 7 AmtlicheNachrichtendesÖsterreichischenFußballbundes,Nr.45a (8. 11.​ 1922) 2. 8 Sport-Tagblatt (5. 12.​ 1922) 1. 9 Sport-Tagblatt (8. 12.​ 1922) 1. 10 Illustriertes Sportblatt (31. 3.​ 1923) 6. 11 Illustriertes Sportblatt (7.4.​ 1923) 4.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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