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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Konflikte vor Gericht 189 DazueinigeBeispiele ausdemFußball: 1924verklagteder SportjournalistMa- ximilian Reich den WFV-Präsidenten Siegfried Deutsch, weil dieser ihn als „Ehrabschneider“ und „ehrlos“ bezeichnet habe.23 Fast zur gleichen Zeit ver- klagte der Vienna-Vorstand denVereinspräsidenten Alexander Neumann. Ein Verfahren zwischenSiegfriedDeutschunddem„Sportschriftsteller“24Richard Soukupendetemit einemVergleich.25 Antisemitische Chiffren wurden nicht nur von Deutschnationalen und Christlichsozialenverwendet, indiversenKonflikten setzten sie auchsozialde- mokratischeundzionistische Journalisten– teilweisegegeneinander–ein. So endeteeineAuseinandersetzungzwischendemsozialdemokratischenPublizis- tenundSportjournalisten JacquesHannakunddembekanntenSportjournalis- ten Artur Steiner26 ebenfalls vor Gericht. Hannaks Verhältnis zum Judentum scheint nicht unkompliziert: Er trat am 9. Jänner 1922 aus der IKG aus, vier Monatespäterwiederein,umam22.Mai1924endgültigauszutreten.27Hannak nannte seinen Kontrahenten „Sensations-Steiner“.28 Am 5. Jänner 1925 be- schloss derVorstanddesWiener Fußball-Verbandes, „inHinkunft die Prozeß- kosten für jene Verbandsfunktionäre zu tragen, die infolge ihrer im Interesse desVerbandes ausgeübten Tätigkeit geklagtwerden“.29 ImVerlauf des Jahres eskalierte dieAuseinandersetzungweiter: „GoldeneWorte.HerrSteinervonder ‚Sonn-undMontagszeitung‘hat siegesprochen, er, dersichsonstnuraufDamenspitzenhöschenverstehtundsonstigesPikantesausderZeit, woeralsKommiseinesGalanteriewarengeschäftesnochnichtseinenBerufverfehlthatte. Undsie lauten folgendermaßen,diegoldenenWorte: ‚EinLand,dessenKronprinzzuden begeistertestenVerehrernHugoMeisls zählt, verdient gewiss Förderung durch den Fuß- ballverband!‘ Ganz gewiß, zumal da es sich umdenKronprinzen von –Rumänien han- delt.“ Ein Land, das sich diverser politischer Verbrechen schuldig gemacht habe, nicht zuletzt der grausamen Verfolgung von Juden, „denen doch seit seinem 23 Arbeiter-Zeitung (1. 10.​ 1924, 10). Auch in der Illustrierten Kronen-Zeitung (1. 10.​ 1924) 9 unter dem Titel „Wieder eine Ehrenaffäre im Fußballsport“ und im Neuen Wiener Journal (1. 10.​ 1924) 11. 24 So seine Selbstbezeichnung. Soukupwarunter anderemderHerausgeber des Sport-Papa- gei, einer satirischenSport-Wochenschriftmit antisemitischenTendenzen. 25 Illustriertes Sportblatt (17. 5.​ 1924) 2. 26 ÖNB: Nachlässe in Österreich – Personenlexikon, online unter http://data.onb.ac.at/nlv_ lex/perslex/St/Steiner_Arthur.htm (4. Juli 2018). 27 Indexder jüdischenMatrikenWienundNÖ,Hannak Jaques, geb. 12. 3.​ 1892, Austritt 9. 1.​ 1922, Rück9.4.​ 1922,Austritt 22. 5.​ 1924.Onlineunter https://www.genteam.at. 28 Z.B.Arbeiter-Zeitung (4.5.​ 1925) 7und (6. 10.​ 1925) 9. 29 AmtlicheNachrichtendesÖsterreichischenFußballbundes 1/1 (9. 1.​ 1925) 1.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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