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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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200 8 Konflikte CaseStudy:WillyKurtz unddas„verjudete Schiedsgericht“ Bernhard Hachleitner Wilhelm„Willy“Kurtzwar eine beeindruckendeErscheinung:Über einenMe- ter neunzig groß, brachte der muskelbepackte Schwergewichtsboxer knapp 100KilogrammaufdieWaage.ZurZeit seineraktivenKarrierevondenZeitun- gen als „Kritzendorfer Riese“73 oder „unser riesiger Amateur-Schwergewicht- ler“74bezeichnet,bildeteereineoffensichtlicheAntithesezumantisemitischen Stereotyp des körperlich schwachen Juden. Das schützte ihn aber nicht vor einersogarvorGerichtausgetragenen,antisemitischmotivierten–odercodier- ten–Auseinandersetzung,undnochvielweniger vor „rassischer“Verfolgung undletztlichErmordung ineinemnationalsozialistischenKonzentrationslager. Teile von Willy Kurtz’ Biografie abseits seiner Karriere als Sportler und Sportfunktionär sindvor allemaus zweiVeröffentlichungenbekannt:Ausden Erinnerungendes JournalistenundPräsidentendesBoxsportverbandsMaximi- lianReich,75dermitKurtzbefreundetwar,undauseinemAufsatz, indemsich Lucinda Schmatz-Rieger mit der Geschichte eines Hauses im 7. Bezirk76 und seiner BewohnerInnenbeschäftigt. „InderKellermanngasse 8 lebten vor 1938 durchwegs gut situierte BürgerInnen, wie ein Arzt, Geschäftsinhaber, Hofrat, Direktionsrat, Obermagistratsrat, Antiquitätenhändler und später deren Wit- wen.“77 Das Haus war bis 1938 im Besitz vonWilly Kurtz’ Eltern, er wohnte selbst auch dort. Kurtz betrieb eine Kunsthandlung in derWeihburggasse im ErstenWienerBezirk, 1935wurdeerzumKommerzialraternannt.78SeineWoh- nungsausstattung zeugt von einem konservativen Geschmack,79 politisch 73 Sport-Tagblatt (18. 1.​ 1922) 5. 74 Sport-Tagblatt (18.4.​ 1918) 6. 75 MaximilianReich, EmilieReich, Zweier ZeugenMund.VerscholleneManuskripte aus 1938. Wien–Dachau–Buchenwald.Hg. vonHenrietteMandl (Wien 2007). 76 LucindaSchmatz-Rieger,HausKellermanngasse8.VomVerschwindenderBewohnerInnen. In: Gerhard Botz, PeterDusek, Martina Lajczak (Hg.), „Opfer“-/„Täter“-Familiengeschichten. ErkundungenzuNationalsozialismus,Verfolgung,KriegundNachkrieg inÖsterreichund sei- nem europäischen Umfeld (Ludwig Boltzmann-Institut für Historische Sozialwissenschaft. LBIHS-Arbeitspapiere 20,Wien 2014) 107–144. 77 Schmatz-Rieger, Kellermanngasse, 113. 78 ÖStA/AdR HBbBuT BMfHuV Präs Auszeichanträge Kurtz Wilhelm Zl. 16236/1935 Kt. 344 Kurtz,Wilhelm, 1935. 79 ÖStA/AdRE-uReangVVSt VABuchstabeK 66438Kurtz,Willi, 20.8. 1897, 1938–1945. Ver- zeichnisüberdasVermögenvon Juden.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
Geschichte Nach 1918
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