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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Seite - 209 -
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Publikumsausschreitungen 209 gen: So reduzierte das Sport-Tagblatt die Aussagen der Hakoah auf den übli- chenTheaterdonnerderVereinsfunktionäre: „ImSp.C.HakoahsollnachdenumlaufendenGerüchtendieAbsichtbestehen,entweder die Fußballsektion aufzulösen oder die Mannschaft aus der Meisterschaft zurückzuzie- hen.EsbestehenzwarVerstimmungen,aberes ist garkeinZweifel,daßauchdieseAnge- legenheitebensoendigenwird,wieähnlicheKrisen inanderenVereinen,nämlichmitder Aufrechterhaltung der Fußballsektion und der weiteren Teilnahme an der Meister- schaft.“116 Tatsächlich ebbte die Diskussion rasch ab: Die Rückzugsdrohung war wohl auchalsVersuch zu interpretieren, einemdrohendenPunkteverlust (weil laut SchiedsrichterdieHakoahdenAbbruchzuverantwortenhatte) zuverhindern. Etwadreieinhalb Jahre später, imMärz 1927, kames auf derHohenWarte bei einemSpiel dergleichenVereineneuerlichzuAusschreitungen.DasSport- Tagblatt führte sie auf schlechte Schiedsrichterleistungenundbrutale Szenen auf demSpielfeld zurück, die auf die ZuschauerInnenübergriffen. Anders die sozialdemokratischeBoulevardzeitungDasKleineBlatt: „SchonvonallemAn- fang an wollte der stimmgewaltige Anhang beider Seiten – Blut sehen. Das Match aber blieb trotzdem eine ganze Halbzeit fair.“117 Die Arbeiter-Zeitung schrieb: „Pogromversuche–derBeginnderWahlbewegung.Wüsteantisemiti- sche Exzesse auf dem Sportplatz Hohe Warte.“118 Noch schärfer formulierte tags darauf dasKleine Blatt: „Man sprach von ‚Pogromen‘, Generalsäuberung des Zuschauerraumes von Juden und Abbruch des Spieles.“119 Ähnlich der Morgen: „Wahlfieber auch imSport? […]AufderHohenWarte kames zuMas- senausschlüssenundRaufereien,dieallerdingsaucheinenpolitischenHinter- grundhabendürften.HoffentlichgelingtesdemVerband,diewahrenSchuldi- genausfindigzumachen.“120DieArbeiter-ZeitungschildertedieVorkommnisse imStadion sehrplastisch: „DaswareingefundenesFressen fürdieFrontkämpferund ihrenganzenantisemitischen Anhang. Auf demSportplatz tauchtenda auf einmalVisagen auf, denenman sonst dort nicht zu begegnen pflegt: allerlei GesichtermitWindjacken, Feldkappen und sonstigen deutschnationalen Abzeichen. Die Leute hatten vomFußballmatch keine Ahnung. Aber sie begannen schon vor Beginn des Spieles zu stänkern und ließen verlauten, daßman heute endlich der JudenbagaschdenHerren zeigenwerde. Kaumwar der Schiedsrichter 116 Sport-Tagblatt (10. 11.​ 1923) 6. 117 DasKleineBlatt (7. 3.​ 1927) 7. 118 Arbeiter-Zeitung (7. 3.​ 1927) 5. 119 DasKleineBlatt (8. 3.1927) 14. 120 DerMorgen (7. 3.​ 1927) 11.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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