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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Publikumsausschreitungen 211 schlossen, alles zu tun, umnicht etwadie leidenschaftlicheWahlpropaganda auchaufdie Sportplätzeübergreifen zu lassen“.125 Antisemitismusmachte sich auch im Fußballgeschehen bemerkbar, aber erwurdeergänztodersogarüberlagertdurchpolitischeundideologischeDiffe- renzen zwischen Sozialdemokratie und Christlichsozialen einerseits, durch sportpraktische Konkurrenz, Auseinandersetzung und Vereinsfanatismus an- dererseits. Ein unddasselbe Spielwurde – vomWiener Verband– einmal als Belegfüreinen„unpolitischen“FußballsportunddieeigeneUnverantwortlich- keit, ein andermal als Beleg der Politisierung des Sports herangezogen. Den- noch beinhalteten die Debatten Diskurspositionen, die über Fragen von jüdi- scher Differenz funktionierten: Ein „Terror des jüdischenPublikums“ und ein „Terror“ seitens der Hakenkreuzler gegen die Hakoah bildeten dabei keinen Widerspruch. Entscheidend inunseremKontext istdieBeteiligungderSportfunktionäre: Es ist der Vorstand der Hakoah, der die Statements des Vereines formulierte, wie es umgekehrt die Funktionärewaren, die zumHandeln aufgefordertwur- den.UndeswarendieVerantwortlichendesVerbandes, diedenVorfall unter- suchten, die EntscheidungüberdieVerantwortlichkeit trafenundAbhilfe ver- sprachen. Funktionäre sind die primären Akteure – oder sie versuchten zumindest, dieHandlungsfäden inderHandzuhalten. WAFgegenHakoah Ein anderer im Zusammenhangmit jüdischer Differenz bemerkenswerter Ver- ein istdieWienerAssociations-Football-Club (WAF), einerderwenigenWiener Fußballklubs, bei demmehrmals die Etablierung eines Arierparagrafen disku- tiert wurde. Im Jahr 1923 kam es bei einem Fußballspiel zwischenWAF und HakoahzuAuseinandersetzungen,beidenenHakoah-PräsidentKörnerverletzt wurde.126 DasMatch endetemit einem „Knalleffekt […]: der Präsident der Ha- koah,eindurchaus friedliebenderHerr, erhieltbeimKabineneingangbeimVer- such,diewegendesungerechtfertigt erlittenenUnrechts sinnloserregtenSpie- ler des W.A.F. zu besänftigen, einen Schlag ins Gesicht.“127 Nach späteren Berichten soll der Angreifer der „langjährige Mittelläufer desW.A.F. Achatzi“ gewesensein.128FürErnstVogel ist inseinersportkritischenKampfschrift„Fuß- 125 Sport-Tagblatt (11. 3.​ 1927) 4.Vgl.Spitaler,Wiener Sport-Club. 126 Sport-Tagblatt (13.4.​ 1923) 1f. 127 Sport-Tagblatt (19.4.​ 1923) 1. 128 Sport-Tagblatt (8. 11.​ 1923) 7.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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