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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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212 8 Konflikte balldämmerung“klar: „Die tätliche InsultierungdesPräsidentenDr.Körnerder Hakoah(Wien)durcheinenW.A.F.-Spieler imApril 1923 istoffenbarausantise- mitischenMotivenerfolgt.“129AnderenBerichtenzufolgewarnicht einmaldie Täterschaft Achatzis gesichert. Erwurde jedenfalls für sechsMonate gesperrt, obwohl er von Körner nicht eindeutig identifiziert wurde. Das Sport-Tagblatt sprach daraufhin von einem „Kampf gegen denW.A.F.“, allerdings nicht nur wegen der Strafen in Zusammenhangmit demHakoah-Spiel, sondern vor al- lemmit einer strittigen Annullierung eines Ergebnisses, von der indirekt der FAC profitierte.130 Der Konflikt verlief hier wohl nicht –wie sich retrospektiv leichtvermuten ließe–zwischenderHakoahunddemW.A.F.,derdamalsvom späterenÖFB-PräsidentenRichardEberstallervertretenwurde,sondernesging in erster Linie umdenKonflikt sozialdemokratischer VAS versus bürgerlicher Schutzverband. „Voraussichtlich erleben wir also wieder das beschämende Schauspiel, daß die Juden des Schutzverbandes versuchten antisemitischen TerroraktenVorspanndienste zu leisten.“131 FritzBaar,derBruderdesHakoah-Sektionsleiters,erkannteschonfrühdas Problem, dass Ausschreitungen bei Hakoah-Spielen den Juden und Jüdinnen inWien insgesamt schadenkönnten: „BöswilligeodergedankenloseMenschenstellen fest,daßbei zweiWettspielen,dienicht gentlemanlike verliefen, die Hakoah beteiligt war. Die wirkungsvolle Propaganda der Hetzantisemiten hat selbst ruhige und vorurteilsfreie Menschen aus demGleichgewicht gebracht und so ist esnicht zu verwundern, daßesnur einesAnlassesbedarf, damit die jüdischenMannschaftenals Sündenböckebehandeltwerden.“132 AntisemitischeStereotype: Tribünenpublikum,Stadtpelze, Automobile Wennes umZuschauerausschreitungen geht, ist einerseits zu fragen,wer die Definitions- und Handlungsmacht besitzt oder sich zuschreibt, zum anderen danach,wemdie „Schuld“ zugeschriebenwurde. Das können etwa abstrakte Strukturen (die „Verrohung“ der Gesellschaft nach demWeltkrieg) oder kon- krete sportliche, politischeoder ökonomische Interessen sein. Kurzfristigwur- 129 ErnstVogel, Fußballdämmerung (Wien 1923) 93. 130 Sport-Tagblatt (18.8.​ 1923) 5. In diesem Artikel, der sich auf eine Vorstandssitzung des Wiener Fußball-Verbandes bezieht, ging es auch noch um ein strittiges Spiel Wacker gegen WAF. 131WienerMorgenzeitung (27.4.​ 1923) 9. 132WienerMorgenzeitung (26.4.​ 1923) 3.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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