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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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216 8 Konflikte prozessenachzuzeichnen, lassensichhier imGegensatz zudenhegemonialen Wahrnehmungen der Massen- und Sportpresse höchst differenzierte – und nichtseltenkonfliktreiche–Perspektivenerkennen,was(sport-)politischeund gesellschaftlicheStandpunktebetrifft. Die„innerjüdischen“ArgumenteundKonflikte lassensichdabeivorallem aus den unterschiedlichen zionistischenPositionennachzeichnen,weitweni- gerausderSichtsogenannterassimilierter JudenundJüdinnen,die jadie jüdi- scheDifferenzgeradeauch imSportkontext bewusst reduziertwissenwollten. Nochwenigerbeleuchtet istdieSichtvielerKonvertitInnen,dieoft ihr Jüdisch- sein auszublenden trachteten, sich dabei aber sehrwohl kritisch zumZionis- mus äußern konnten. Aber auch religiöse Juden und Jüdinnen sind im Sport wie inderSportberichterstattungmassivunterrepräsentiert. SowaresderZio- nismus,dereinzigüber regelmäßigerscheinendePublikationsorganemiteiner mehr oderweniger kontinuierlichenSportberichterstattungverfügte. Anhand der retrospektiven Aufzeichnungen Ignaz Hermann Körners, der um1940 impalästinensischenExil seine sportbezogenenErinnerungenzuPa- pier brachte, lassen sich zeitgenössischeAuseinandersetzungen innerhalbdes „jüdischen“Sporttreibensundzwischen„jüdischen“Funktionärennachzeich- nen. Körner zog scharfe Trennlinien zwischen zionistischem Sport einerseits, „jüdischen“ Funktionären und Aktiven andererseits sowie den „verleumderi- schen und gehässigen Konvertiten“ und „Antisemiten“, „verbissenen Geg- ner[n] des jüdischenSports“, diediesemnachhaltigSchadenzufügten.143Kör- ners strikte, in ihrer Radikalität deutlich überzogene Dreiteilung mag zum Gutteil ihremEntstehungskontext zuzuschreiben sein, doch auch amBeispiel derSportberichterstattungderzionistischenPresse lassensichparadigmatisch die Konfliktlagen innerhalb der unterschiedlichen Facetten des „jüdischen“ Sports nachzeichnen, die sich von Körners Bewertungen zwar bezüglich der Vehemenz, abernicht inder Sache selbst unterschieden. Dieter Hecht verweist auf eine enormeAusweitung des jüdischen Presse- wesensnach 1918.144 FürdenZeitraumbis 1938geht er vonetwa35 jüdischen Periodika aus, die inWienund indeutscher Sprache erschienen.DerGroßteil davon war, mit steigender Tendenz, zionistisch und bürgerlich ausgerichtet. Anzahl, Erscheinungsform und Umfang waren permanenten Schwankungen unterworfen, die zumGutteil auf ständigeFinanzproblemeunddarauf folgen- 143 PierreGildesgameMaccabiMuseum,MaccabiAustria Files, 4-01-50, IgnazHermannKör- ner,Manuskript für einLexikon jüdischer Sportler, undatiert. 144 Dieter J.Hecht, Jüdischnational-ZionistischeParteizeitungen. In:Chilufim7 (2009)67–82, hier 67f.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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