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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Konflikte aus zionistischer Perspektive 217 de Umstrukturierungen zurückzuführen waren.145 Gravierende Brüche in der Zeitungslandschaftwareneinerseits zuBeginnderErstenRepublik zukonsta- tieren,bedingtdurchdenstarkenostjüdischenZuzug,aberebensodurchInfla- tion und Papierknappheit, andererseits im September 1927: Dieser Knick war dieFolgederEinstellungderWienerMorgenzeitung, die 1919bis 1927als einzi- ge jüdischeTageszeitung imdeutschsprachigenRaumerschienenwarundde- ren Zusammenbruch einen Boom an meist kurzlebigen Neugründungen zur Folgehatte.146 Inder austrofaschistischenÄraverengte sichdasSpektrumder jüdischen Presse weiter, zum einen in Richtung eines regierungsaffirmativen Tenors, zumanderen inFormeinervermehrtenKonzentrationaufBerichteaus Palästina.147 Sportberichte gab esnicht in allen jüdischenZeitungenundZeitschriften. Besonders sind sie in der von 1919 bis 1927 täglich erschienenenWienerMor- genzeitung und ihrem indirekten Nachfolger Die Neue Welt (1927–1938) kon- zentriert. Zu berücksichtigen ist, dass diemeisten dieser Zeitungen stark von einerEinzelpersongeprägtwurden:Verantwortlich fürbeideMedienzeichnete langeZeitRobertStricker,der,wieDieter JosefMühl schreibt, „die ‚NeueWelt‘ im großen und ganzen als sein Privatblatt [betrachtete], welches ihn auf sei- nempolitischenWegbis 1938begleiten sollte“.148 Sportartikelenthieltenweitersdiezionistische JüdischeZeitung (1907–1920) undDie Stimme (1928–1938), die vom zionistischen Landesverband herausge- gebenwurde.DiesenbürgerlichenBlättern stand imsozialdemokratischenLa- ger149 die – 1903 inWiengegründete–Poale Ziongegenüber, deren von 1924 bis 1926 alsUnsere Tribüne und schließlich zwischen 1927 und dem Februar 1934alsDer jüdischeArbeiterpublizierte Zeitungunregelmäßigüber Sport be- richtete. 145 DieterHecht, Die StimmeundWahrheit der JüdischenWelt.Die jüdischePresse imWien derZwischenkriegszeit 1918–1938. In:Stern,Eichinger (Hg.),Wienunddie jüdischeErfahrung, 99–114, hier 101. 146 DieterMühl,Die „Wiener Morgenzeitung“ und Robert Stricker. Jüdischnational-zionisti- scher Journalismus inWien. In:MichaelNagel (Hg.), ZwischenSelbstbehauptungundVerfol- gung.Deutsch-jüdischeZeitungenundZeitschriftenvonderAufklärungbis zumNationalsozi- alismus (Hildesheim2002) 253−268. 147 Eleonore Lappin, Von der Heimstätte zum Judenstaat. Die Darstellung des Aufbaus des jüdischenPalästina in derWiener zionistischenPresse 1928–1938. In: SusanneMarten-Finnis, MarkusWinkler (Hg.),Die jüdischePresse imeuropäischenKontext 1686–1990 (Bremen2006) 209–222. 148 Mühl, Die „WienerMorgenzeitung“, 258. 149 Jürgen Ellermeyer (Hg.), Arbeiter und Revolutionäre. Die jüdische Arbeiterbewegung (Hamburg 1998).
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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