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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Konflikte aus zionistischer Perspektive 221 MassivkritisiertwurdenauchdieVerbändemitArierparagrafen, vorallem derAlpenvereinundderSkiverband,obwohlgeradeZweitererdochnur„durch jüdischeLeistungengroßgeworden“ sei.167 Ziel derAngriffewarenprimärdie „Konvertiten“, denen eine antisemitische Allianz mit den „Hakenkreuzlern“ nachgesagtwurde. Speziell kritisiert wurdender KonvertitMartinHaudek so- wie der (nichtjüdische) Gustav Klein-Doppler, der Präsident des Allgemeinen Skiverbandes. Indemsie sich aus allenDiskussionenumdenArierparagrafen heraushielten, hätten sie sich als „Antisemit[en]“ deklariert.168 Aber auch die konvertiertenFunktionärederViennawurdenangegriffen,allenvoranAlexan- derNeumann,der sich immerwieder „ingehäßigsterWeise“überdieHakoah geäußert habe. Doch die Hakoahwerde es nicht verabsäumen, dem „Juden- xandl‘,wie ihndieChristlichsozialennannten“,das„Handwerk [zu] legen“.169 Einweiteres Feindbildwar der Präsident des Schwimmverbandes, Felix Graf, denn „[u]nserem jüdischen Sport hat dieser Täuflingwie gar nicht anders zu erwarten immer eineoffeneGegnerschaft bekundet“.170 Ebensowarendie „Assimilanten“unterdenSportjournalistenhäufigZiele der Pressekritik. Grundsätzlich bemerkten die zionistischen Medien,171 dass „der Großteil der österreichischen Fachpresse dem jüdischen Sport im allge- meinennichtgünstiggesinnt ist“.Solassedie„ZusammensetzungderRedakti- on desWiener Sport-Tagblattes‘“, die mehrheitlich aus in zionistischer Sicht „assimilierten“ Journalisten bestand, „ihre Haltung gegenüber der jüdischen Sportbewegungbegreiflich erscheinen“.172 Das populäre Blatt, herausgegeben vomjüdischenHerausgeber (undWAF-Funktionär)LeoGorlitz, zogständigpo- lemische Angriffe (oder Gegenangriffe) auf sich. „Herr Ing. Leo Gorlitz wird wohl zugestehen, daß dieHakoah sportliche Erfolge aus nationalenGründen anstrebendarf,oder isterderMeinung,daßes fürdas Judentumgenügt,wenn er als Herausgeber einer Sportzeitung fungiert?“173 Journalistisches Feindbild war allen voran der „Assimilant“ Erwin Müller. Ähnlich argumentierte man gegenüber demMontag mit dem Sportmontag und dessen Herausgeber Paul Kolisch, der derHakoah„Judenwirtschaft“und„Sauwirtschaft“unterstelle.174 DieKritikanderHakoahwurdemeist alsFolgeeiner „Pressehetze“darge- stellt: „jüdische Assimilanten“ würden sich „von ihren Redaktionen aus das 167 DieStimme. JüdischeZeitung (21. 2.​ 1928) 15. 168 DieNeueWelt (25. 11.​ 1927) 10. 169WienerMorgenzeitung (1. 4. 1926) 9. 170WienerMorgenzeitung (20. 1. 1919) 4. 171 Hecht, Jüdischnational-ZionistischeParteizeitungen. 172WienerMorgenzeitung (10. 1. 1922) 6. 173 B. [vermutlichFritzBaar], EineAbrechnung. In:WienerMorgenzeitung (20. 6. 1920) 7. 174WienerMorgenzeitung (21. 10. 1924) 7.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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