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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Olympia 1936 227 beideFragenprimärausdemBlickwinkel vonWiener zionistischenMedienbe- leuchtetwerden. Die FragederBeschickung Im August 1935 untersagte Österreichs „Oberster Sportführer“ Ernst Rüdiger Starhemberg mit sofortiger Wirkung jeden sportlichen Kontakt mit Deutsch- land und zog alle bereits bewilligten Starts österreichischer AthletInnen zu- rück. Erst im Juni 1936, zwar im Vorfeld, aber doch deutlich vor dem Juli- abkommenzwischendenRegierungenHitlerundSchuschnigg,entschiedman sich doch zur Teilnahme.199 Für österreichische jüdische SportlerInnen stan- den grundsätzlich zwei Optionen offen: Als ÖsterreicherIn hieß es: Bewusste Teilnahme zur Demonstration nationaler Leistungsfähigkeit oder Absage aus Protest gegen denNationalsozialismus; als Jude und Jüdin konnte es heißen: Partizipation zumVorweis jüdischen Selbstbewusstseins oder Boykott wegen derNS-Judenpolitik.DiePositionenwaren inderFolge raschbezogen:Diena- tionalen Sportverbände bereiteten die Teilnahme unter wohl bewusstem Ein- schluss jüdischerSportlerInnenöffentlichkeitswirksamvor.DerMakkabi-Welt- verbanddagegen rief zu einemBoykott der Spiele auf;200 dieser Entscheidung schloss sichauchder jüdischeTurn- undSportverbandÖsterreichs an.201 In der zionistischen Presse begann die Berichterstattung über Olympia schon imHerbst 1934.KritisiertwurdezumeinendiegroßeZahl vonZusagen, zum anderen der Grund der Absage Palästinas: Die Absenz „gegenüber dem Hakenkreuz-Berlinmit nur technischen Gründen zu belegen, zeigt vonman- gelndemGefühle für jüdischeundmenschlicheWürde“.202ErnstVogelkonsta- tierte eine „Sportpsychose“, die viele AthletInnen „umden letzten Rest jüdi- scher Ehre und Würde gebracht“ habe. „Hier kann es nur eines geben: Sofortige Erklärung des Makkabi-Weltverbandes, daß die Teilnahme seiner Mitglieder bei der Olympiade bei Strafe des Hinauswurfs wegen Ehrlosigkeit verboten ist!“203 199 Marschik,Austrofaschismus, 376. 200 Arnd Krüger, „Once the Olympics are through, we’ll beat up the Jew“. German Jewish Sport 1898–1938 and the Anti-Semitic Discourse. In: Journal of Sport History 26, H. 2 (1999) 353–375, hier 354. 201 JohnBunzl (Hg.), HoppaufHakoah. Jüdischer Sport inÖsterreich. VondenAnfängenbis indieGegenwart (Wien 1987) 116. 202 DieNeueWelt (18. 12.​ 1934) 3. 203 ErnstVogel: Jüdischer Sport undOlympiade. In:DieNeueWelt (26.7.​ 1935) 6.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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