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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Olympia 1936 229 „InderHauptstadtdes JudenmörderHitler, indemzumGrossteilmitgeraubten jüdischen Geldern errichteten Stadion zuBerlin, verlangte das österreichische olympischeKomitee (an dessen Spitze der Täufling Kommerzialrat Dr. Theodor Schmidt) und das Präsidium des nationalsozialistischen Schwimmverbandes vonWien vondrei Hakoahnerinnen, die sollendie FarbenÖsterreichs vertreten.“209 MitOlympiaerobertedasThemaSportnichtseltensogardieTitelseitederNeu- enWelt.Über jedeAbsagevonjüdischenAthletInnenwurdeberichtet,oft junk- timiertmitderForderungnacheinemgenerellenBoykottderSpiele.210Massive Ablehnung löstenMeldungenüber Zusagen jüdischerSportlerInnenaus, etwa derdeutschenFechterinHeleneMayer: Siehabe sich erst „nach ihrenerstenErfolgen taufen lassen. Seinerzeit erregte ihreHaltungauf einemTur- nier in Paris, als die Sieger die Flaggen ihrer Staaten schwenkten, Erstaunen, indemdie TaufjüdinHeleneMayer statt der schwarz-rot-goldenen (damals offizielle Farbederdeut- schen Republik) eine schwarz-weiß-rote (damals Farbe der antisemitischen Reaktion) Fahneentfaltete. Siehat sichnachhermit ‚Zerstreutheit‘ entschuldigt.Wirglaubennicht, daßdieDamesehr gezwungenwerdenmußte, denHitler-Leuten zuWillen zu sein.“211 Resümierend schriebdieStimme: „HeleneMayer ist,wiebemerkt, getauft und hatnie als Jüdingeltenwollen. Sie gehört zuHitler.“212 Nachdemdie Turn- und Sportfront im letztenMoment beschlossen hatte, Olympia doch zubeschicken,musste der nationale Jüdische Turn- undSport- verbandreagieren:„DieTeilnahmeösterreichischerMakkabimandeninBerlin stattfindenden Olympischen Spielen 1936 ist mit dem Begriff von jüdischer Ehre unvereinbar“. Trotz eines klaren Bekenntnisses „zum österreichischen Vaterland“undzur„olympischen Idee“undeingedenkder„Diffamierungund schimpflichenBehandlung“der JudeninDeutschlandseiesPflichtdesMakka- bi gewesen, die SportlerInnendavor zubewahren, „das beschämendeGefühl, eine das jüdische Volk in seiner Ehre verletzendeHandlung vollzogen zu ha- ben, einLeben lang zu tragen“.213 Olympiafeier inWien Kurz vor BeginnderOlympischenSommerspiele durchquerte dasOlympische Feuer auchÖsterreich.Dochdass konvertierte „Juden“ entscheidendenAnteil 209 Pierre Gildesgame Maccabi Museum, Maccabi Austria Files, 4-01-50, Manuskript von IgnazHermannKörner, „Die JudenWiensbei denOlympiaden“, undatiert, 3. 210 DieStimme (10. 12.​ 1935) 1. 211 DieNeueWelt (1. 11.​ 1935) 3. 212 DieStimme (28. 1.​ 1936) 6. 213 DieNeueWelt (3. 7.​ 1936) 1.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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