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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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232 8 Konflikte Selbst in dieser Situationhielt die zionistische Stimme an ihrerUnterstützung des austrofaschistischenRegimes fest, die sich in zahlreichenArtikeln, in de- nenDollfußgewürdigtundSchuschniggunterstütztwurde,manifestierten:Die Regierung habe die Behauptung, die Übergriffe seien „jüdisch-marxistischen Kreisen“ zuzuschreiben, rasch richtiggestellt unddieVerhaftungetlicherNati- onalsozialisten angeordnet, verkündet in einem„imposante[n] Appell der Va- terländischen Front, bei welchemder Staatssekretär Zernatto die Schuldfrage inder eindeutigstenFormbeantwortete“.223 Tatsächlichenthielt dieseAnspra- che Zernattos aber – im Gegensatz zur Interpretation der Stimme – lediglich allgemeine Hinweise auf die Fortführung des klaren Kurses der Vaterländi- schenFront. ÜberdieOlympischenSpieleselbst,vorallemüberErfolge jüdischerSport- lerInnen,wurde inderFolgesehrambivalentberichtet:TrotzderBoykottforde- rungen schwang zumindest verhohlener Stolzmit, wenn geschriebenwerden konnte: „Alledrei Siegerinnen imDamenflorettfechtensind Jüdinnen“.224Was inzionistischenMedienansonstenüberdieEreignisse inBerlinselbstberichtet wurde, war logischerweise äußerst dünn und beschränkte sich auf ironische Kommentare, in denen die Leistungen etlicher „Neger“ hervorgehoben, jene der jüdischenSportlerInnen inÖsterreichsTeamkritisiertwurden. „Sang-und klanglos […]werdendie Ex-HakoahnerKönig undFinczusnachWien zurück- kommen, von olympischem Lorbeer unbeschwert. Beide fielen schon in den VorrundenausderKonkurrenz.“225 Was die Konfliktlagen rund um die Olympischen Sommerspiele 1936 in Berlin imGegensatzzuanderenKontroversenauszeichnet, ist,dassdieDiskus- sionen,wohlauchwegenderaustrofaschistischenZensur,zumGutteilnichtöf- fentlichausgetragenwurden:DieProtesteetwadesMakkabigegenOlympia in Deutschland erreichten kaum die populären Medien; aber auch die Ausboo- tung Frieds und Schmidts für Berlin 1936 wurde kaum öffentlich, und das heißt: auch nicht in den zionistischenMedien, verhandelt. Ebensowaren die massiven antisemitischen Ausschreitungen beim Fackellauf fast nur für jene nachvollziehbar, die vor Ort dabeigewesenwaren. Nur dieWeigerung einiger Hakoah-SportlerInnen, an Nazi-Olympia teilzunehmen, war in den zionisti- schenBlättern– imGegensatzzukurzenMeldungeninderMassen-undSport- presse–ausführlich thematisiertworden. 223 DieStimme (4.8.​ 1936) 3. 224 DieNeueWelt (14.8.​ 1936) 7. 225 DieStimme (11.8.​ 1936) 3.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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