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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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234 9 (Sport-)Netzwerke weise auf die ExistenzundAusgestaltung vonNetzwerkenauf, derenAnalyse Rückschlüsse auf umfassendere Beziehungsgeflechte zulässt. Neben berufli- chenKontakten, etwaderArbeit in der gleichen Firma, der Zugehörigkeit zur selben Partei und ihrer Vorfeldorganisationen, waren dies nicht zuletzt Netz- werke aus demBereich des Sports:Wichtige formal definierte und informelle NetzwerkknotenbildetendieVereineundVerbände, aber auchkonkreteOrte, wie z.B. das Kaffeehaus, die Zeitungsredaktion oder die Zuschauerränge und Ehrentribünender Sportplätze. AusgehendvomWiender JahrhundertwendewurdedaskulturelleFeldder ZwischenkriegszeitalsZusammenspielvonNetzwerkenunterschiedlicherKrei- se beschrieben, die sich z.B. durch bestimmte soziale Orte, Kontakte oder Cashflows definierten.5 Im Unterschied zum Fin de Sièclewaren diese Kreise kultureller Innovation jedochweniger auf semiprivate Orte wie etwa den Sa- lon,sondernaufbreitereÖffentlichkeitenhinausgerichtet.Sieumfasstenauch BereichederPopular-undpolitischen(Gegen-)Kultur.6 ImHinblickaufdieFra- gestellungen unseres Buchs lässt sich dabei festhalten, dass neben explizit jüdischen – z.B. religiösen oder zionistischen –Netzwerken auch alternative „Jewishsocial spaces“bestanden,7derenExistenzsichebenfallsderAuseinan- dersetzung der Beteiligtenmit Fragen jüdischer Differenz verdankten: Zu den Projektender gleichberechtigengesellschaftlichenTeilhabe imurbanenRaum Wiens bzw. demneuen österreichischenNationalstaat, an denen sich zahlrei- che Jüdinnen und Juden beteiligten, zählte nach 1918 nicht zuletzt der Sport. AuchMenschen, die sich vom jüdischen Erbe ihrer Familien lösten, konnten auf dieseWeiseBeziehungenmit „jüdisch“ geprägten kulturellenNetzwerken aufrechterhalten, die ihnenbei ihrenKarrierenundanderenAspektendesLe- benshalfen.8 „Mitder ZunahmedesAntisemitismus inderZwischenkriegszeitwurdendieGrenzendes ‚Jüdischen‘ elastischer.Nachdemdieoffene (Selbst-)Zuschreibungals Judeund Jüdin für vieleweniger erstrebenswertwurde, gewannen soziokulturelle Netzwerke imVerlagswe- sen,demJournalismus,derPolitikundderWohlfahrt anBedeutung,undwurdenzu (auf dieseWeise sichtbareren)Kennzeichen jüdischer Identität“.9 5 EdwardTimms, Cultural Parameters between theWars. A Reassessment of the Vienna Cir- cles. In: DeborahHolmes, Lisa Silverman (Hg.), Interwar Vienna. Culture between Tradition andModernity (Rochester 2009) 21–31. 6 Timms, Cultural Parameters, 26. 7 Lisa Silverman, The Transformation of Jewish Identity in Vienna, 1918–1938 (New Haven 2004) 12. 8 Silverman, Transformation, 4. 9 Silverman, Transformation, 276,Übersetzungd.V.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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