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tereFrauMariaBicanwarHockeyspielerin, ihreBrüderspieltenbeidenCricke-
ternmitMeisl Fußball, einBruder,Alois,wargemeinsammit ihmimJahr 1911
imGründungsvorstandderAmateure.24Mariawardiejenige,diedieClubaben-
dedesVereinsorganisierte.Hier zeigen sich zweiDinge, die auchbei anderen
PersonenundVereinenzubeobachtenwaren:Sportvereinewarengesellschaft-
liche Treffpunkte, es wurden nicht nur Sportveranstaltungen, sondern auch
Kränzchen, Tanzfeste, Redouten und Bälle veranstaltet – und Frauen waren
dabeinichtnur als Teilnehmerinnenvertreten, sondernoft organisatorisch tä-
tig.25 Es ist wohl kein Zufall, dass die Feste bei der Hakoah – die eben nicht
nur eine sportlicheAgendahatte – eine besonders große Rolle spielten, etwa
beimWerben neuerMitglieder. Die Feste der Hakoah, schreibt Katrin Sippel,
„sollten den Verein einen,man legteWert auf das Unter-sich-Sein, das auch
andere Jüdinnen und Juden einschloss“.26 Anders formuliert: Es ging umdie
StärkungundErweiterungeines– indiesemFall–zionistischgeprägtenNetz-
werkes.
Bei den Cricketern fehlte natürlich dieser Aspekt jüdischer Vereinskultur,
wasHugoMeisl aber nicht gestört habendürfte. Er selbst dürfte sich vom Ju-
dentumweit entfernt haben. So wollte er, dass seine Kinder getauft werden
sollten, „damit sie es im Leben leichter haben“.27 Dennoch blieb er aberMit-
glied der IKG, ob aus Rücksichtnahme auf seine Familie oder aus anderen
Gründen, ist nicht bekannt. In seinem Testament legte er 1934 ausdrücklich
eine Bestattung nachmosaischem Ritus fest.28 Ob das auf eine Hinwendung
zum Judentum nach Hitlers Machtergreifung im Deutschen Reich hindeutet
oderob sichMeisl innerlichdochnie soweitwievermutet vomJudentument-
fernt hatte, lässt sichnicht beantworten.
NetzwerkeausdemErstenWeltkrieg
DerErsteWeltkriegwar fürdieFragevonNetzwerkenimSportkontextvondrei-
facherRelevanz:Erstens löstedieoftmehrjährigeExtremerfahrungvonAusbil-
dung, Kampf und Gefangenschaft „kameradschaftliche“ Bindungen aus, die
24 Hafer,Hafer,Meisl, 85.
25 KarlHaber, Kleine Chronik der HakoahWien – Teil I: 1909–1938. In: JüdischesMuseum
Wien,Hakoah, 23–30,hier 26.
26 Katrin Sippel, !!Hakoahner erscheint in Massen!! Feste und kulturelle Aktivitäten beim
SCHakoahWien. In:Betz,Löscher,Schölnberger (Hg.), „…mehrals einSportverein“, 241–265,
hier 258.
27 Hafer,Hafer,Meisl, 90.
28WStLA,Einzelstück2.3.1.1a.A9.116/1937–HugoMeisl | 21.9. 1934,2.3. 1937{kundgemacht},
1.2 TestamentHugoMeisl.
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Titel
- Sportfunktionäre und jüdische Differenz
- Untertitel
- Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Autoren
- Bernhard Hachleitner
- Matthias Marschik
- Georg Spitaler
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Berlin
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-055331-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 376
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918