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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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238 9 (Sport-)Netzwerke tereFrauMariaBicanwarHockeyspielerin, ihreBrüderspieltenbeidenCricke- ternmitMeisl Fußball, einBruder,Alois,wargemeinsammit ihmimJahr 1911 imGründungsvorstandderAmateure.24Mariawardiejenige,diedieClubaben- dedesVereinsorganisierte.Hier zeigen sich zweiDinge, die auchbei anderen PersonenundVereinenzubeobachtenwaren:Sportvereinewarengesellschaft- liche Treffpunkte, es wurden nicht nur Sportveranstaltungen, sondern auch Kränzchen, Tanzfeste, Redouten und Bälle veranstaltet – und Frauen waren dabeinichtnur als Teilnehmerinnenvertreten, sondernoft organisatorisch tä- tig.25 Es ist wohl kein Zufall, dass die Feste bei der Hakoah – die eben nicht nur eine sportlicheAgendahatte – eine besonders große Rolle spielten, etwa beimWerben neuerMitglieder. Die Feste der Hakoah, schreibt Katrin Sippel, „sollten den Verein einen,man legteWert auf das Unter-sich-Sein, das auch andere Jüdinnen und Juden einschloss“.26 Anders formuliert: Es ging umdie StärkungundErweiterungeines– indiesemFall–zionistischgeprägtenNetz- werkes. Bei den Cricketern fehlte natürlich dieser Aspekt jüdischer Vereinskultur, wasHugoMeisl aber nicht gestört habendürfte. Er selbst dürfte sich vom Ju- dentumweit entfernt haben. So wollte er, dass seine Kinder getauft werden sollten, „damit sie es im Leben leichter haben“.27 Dennoch blieb er aberMit- glied der IKG, ob aus Rücksichtnahme auf seine Familie oder aus anderen Gründen, ist nicht bekannt. In seinem Testament legte er 1934 ausdrücklich eine Bestattung nachmosaischem Ritus fest.28 Ob das auf eine Hinwendung zum Judentum nach Hitlers Machtergreifung im Deutschen Reich hindeutet oderob sichMeisl innerlichdochnie soweitwievermutet vomJudentument- fernt hatte, lässt sichnicht beantworten. NetzwerkeausdemErstenWeltkrieg DerErsteWeltkriegwar fürdieFragevonNetzwerkenimSportkontextvondrei- facherRelevanz:Erstens löstedieoftmehrjährigeExtremerfahrungvonAusbil- dung, Kampf und Gefangenschaft „kameradschaftliche“ Bindungen aus, die 24 Hafer,Hafer,Meisl, 85. 25 KarlHaber, Kleine Chronik der HakoahWien – Teil I: 1909–1938. In: JüdischesMuseum Wien,Hakoah, 23–30,hier 26. 26 Katrin Sippel, !!Hakoahner erscheint in Massen!! Feste und kulturelle Aktivitäten beim SCHakoahWien. In:Betz,Löscher,Schölnberger (Hg.), „…mehrals einSportverein“, 241–265, hier 258. 27 Hafer,Hafer,Meisl, 90. 28WStLA,Einzelstück2.3.1.1a.A9.116/1937–HugoMeisl | 21.9. 1934,2.3. 1937{kundgemacht}, 1.2 TestamentHugoMeisl.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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