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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Firmennetzwerke 243 Firmennetzwerke Seine aktiveKarrierehatteHugoMeisl beimViennaCricket andFootball Club begonnen. In den ersten Jahrenwaren bei den Cricketern sehr viele inWien lebende Engländer aktiv, viele von ihnen arbeiteten bei der Anglo-Bank.38 MeislundandereFußballspielerhattensichbereitsvorher, imJahr1910,abge- spalten und den Amateur-Sportverein gegründet. Die enge Verbindung zwi- schendemVereinundderBankgingnachdemEndederMonarchieweiter: Im März 1923wurdederAnglo-Cricketer-Platz eröffnet. ImMärz 1926 rutschte der Verein in den Ausgleich, die Anglo-Bankwar einer der großen Gläubiger, im Juli desselben Jahres wurde der österreichische Teil der Anglo-Bank von der ÖsterreichischenCreditanstaltübernommen.DamitgingenauchdieengenBe- ziehungen der Anglo-Bank zu den Cricketern auf die Creditanstalt über: Die Bank nutzte den Platz intensiv für ihren Betriebssport. Nicht nur das: Beim Vienna Cricket and Football Clubwaren zwischen 1927 und 1936mindestens 15VorstandsmitgliederalsMitarbeiterderCreditanstalt tätig–siewarenallein durchdieNennungihrerFirmenadresse indenVereinsaktenalssolcheidentifi- zierbar.39ZweiwarenKassiere,dieanderenhattenwenigerzentraleStellenwie Beirat oderBeisitzer. EtwaeinDrittel von ihnenwaren Juden. Ein anderes Beispiel für ein Firmennetzwerk, das bei einem Sportverein einegroßeRollegespielthat, istdieFloridsdorferTextilfabrikPollack’sSöhne. Das IllustrierteSportblattsprachdiesesNetzwerkganzunverhülltan:Die„Fuß- ballarenades SportklubsAdmira liegt imSchatten einer großenFabrik. Nicht nur faktisch, sondern auch bildlich. Spieler und Funktionäre, Präsident und Sektionsleiter sindmit jenemgroßenGebäudeundderFirma,die siebewohnt, irgendwieverwandt.MansprächealsobesservoneinerFamilieAdmira“.40Die FirmaunterstütztedenSCAdmira finanziell,derVereinhatteseinenSportplatz „imSchattendergroßenFabrik“–undderFirmengeschäftsführerRudolfMütz warVereinspräsident.41 38 LeopoldKascha,VonSiegenundNiederlagen,gutenundschlechtenZeiten.VonderMonar- chiebiszur2.Republik.Ein Jahrhundert imZeitraffer.AusderBroschüre„100JahreCRICKET“– 1994, online unter http://www.vienna-cricket.at/images/pdf/101_Ein_Jahrhundert_im_Zeitraffer. pdf (13.März 2017). 39 Vgl. BPD, Büro für Vereins-, Versammlungs- und Medienrechtsangelegenheiten, Vienna Cricket andFootball ClubZvR 117989636.Die tatsächlicheZahl könntenochhöher sein, diese 15 gebenalsAdresse (Österr.) Creditanstalt, 1., AmHof 6an. 40 Illustriertes Sportblatt (25.9.​ 1926) 5. 41 Vgl. dazu Kap.6 bzw. Georg Spitaler, Rudolf Mütz – der vergessene Präsident. In: Peter Eppel, BernhardHachleitner,WernerM. Schwarz, Georg Spitaler (Hg.),WodieWuchtel fliegt. LegendäreOrtedesWienerFußballs (Wien2008)66;MatthiasMarschik,DasAus fürdiegraue
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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