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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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246 9 (Sport-)Netzwerke Paradigmatisch für den Versuch, ein zionistisches Netzwerk aufzubauen, ist das EngagementMax Schiffmanns, des Seniorchefs desWarenhauses Brü- der Schiffmann in der Taborstraße im Herzen der Leopoldstadt. Schiffmann verwobberufliches Interesse aufs Engstemit politischemundsportlichemEn- gagement, sicherlich auch imHinblick auf zu erwartendeSynergieeffekte. Zu- mindest inderzionistischenPressewarderNameSchiffmannständigpräsent, zumersten durch umfangreiche Inserate des Kaufhauses, zum zweiten durch seinepolitischenAktivitäten, so saßMaxSchiffmanngemeinsammitdemHa- koah-Ehrenpräsidenten IgnazHermannKörner als Vertreter der Zionistischen Liste imKultusvorstandder IKG. Zumdritten engagierte sich Schiffmann,wie mehrereFamilienmitglieder, stark imSport. Erwarbei zionistischenSportver- einen imVorstandundwurdePräsident des ab 1928 ausgegliederten Fußball- klubsHakoah. Zur Erweiterung dieses sportlichenNetzwerkes initiierte er die Gründung eines Klubs der Hakoah-Freunde, für den er den Komponisten Ri- chardFall,denDramaturgenundPresse-RedakteurLudwigHirschfeld,denJu- risten Siegfried Kantor, den Chirurgen Felix Mandl sowie Emmerich Kalman undFelix Saltenals prominenteMitglieder gewinnenkonnte.51 Außerhalb zionistischer Kreise war die Hakoah selbst bei jenen, die dem Judentumnichtvöllig fernstanden, zumindestumstritten.AmateureundHako- ahwaren zwei Seiten jüdischenSportengagements, und imWiener Sport exis- tierte inmanchenretrospektivenDarstellungeneineklareTrennung:Assimilier- te, aber auch „[o]rthodoxe Judenwaren Austria-Anhänger; Hakoah-Anhänger warenantireligiösundzionistisch“.52Deshalbherrschte zwischendenzionisti- schenundden sogenannten JudenvereinenRivalität, die besonders dann zum Ausbruchkamen,wenndieAmateurealsKlubderakkulturierten jüdischenGe- schäftsweltunddieHakoahalsKlubderkleinenHandwerkerundAngestellten aufeinandertrafen.53 Friedrich Torberg behauptet, daß es – zumindest auf An- hängerInnenebene – „keine größere Rivalität, keine feindseligere Gegensätz- lichkeit gabalsdie zwischenHakoahundAustria“.54 AuchHugoMeisl äußerte sich, andersals seinBruderWillyMeisl, abfällig überdieHakoahund lehntedenZionismusentschiedenab.55 TrotzdieserDis- 51 DieNeueWelt (24.5.​ 1929) 11. 52 SabineMayr, Die Sternfelds. Biographie einer jüdischen Familie nach Erinnerungen und AufzeichnungenvonAlbert Sternfeld (Wien 2005) 59. 53 Michael John, Albert Lichtblau, SchmelztiegelWien – einst und jetzt. Zur Geschichte und Gegenwart vonZuwanderungundMinderheiten. Aufsätze,Quellen, Kommentare (Wien 1993) 437. 54 60 JahreWienerAustria. Festschrift 1911 bis 1971 (Wien 1971) 5. 55 Hafer,Hafer,Meisl, 32. AlsQuellewerdenBerichte vonMeisls TöchternMarthaMeisl und HelgaHafer sowie seinerNichte Ilse Scherzer angeführt.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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