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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Das Kaffeehaus – der prototypische Ort der Vernetzung 249 Deutsch,der vor allem inderPartei gut vernetztwar.65Generell zeigte sich im Arbeitersport eine starkeÜberschneidung vonPartei- undVereinsämtern. Ein prägnantesBeispiel botdieArbeiter-Olympiade 1931, beidernebendenArbei- tersportfunktionärenauchviele führendePersonenderPartei,vonderGesund- heitspolitik bis zur künstlerischen und strategischen Elite, eingebunden wa- ren.66 DasKaffeehaus–derprototypischeOrt derVernetzung Wenn vomWien der Zwischenkriegszeit die Rede ist, gilt das Kaffeehaus als paradigmatischerOrtderVernetzung–geradeauch imSport.67DerSchriftstel- lerFriedrichTorberg, selbstSportlerbeiHagibor inPragundVereinsanhänger, zunächstderHakoah,nach1945dannderAustria, sahdasKaffeehauszwarals „KristallisationskernvonLegendenbildungen“, arbeiteteaber selbst andessen Mythologisierung mit.68 Dennoch: Der Realität entsprach es wohl, dass fast jeder Sportverein sein innerstädtisches Stammkaffeehaus, sein Vorstadtcafé oder seinWirtshaus in unmittelbarer Nähe zumSportplatz hatte, in demVor- standsmitgliederundSpieler verkehrten, aufAnhängerInnen trafen,diskutier- ten und in dem Feiern, Jubiläen oder gesellige Veranstaltungen abgehalten wurden. Als die Hakoah im Jahr 1925 ihr Sekretariat von der Schiffamtsgasse in das Café Altes Rathaus verlegte, wurden die Räumlichkeiten zugleich als neuesVereinslokalpräsentiert undeshieß: „Wir erwarten,daßsichalleHako- ahner imneuenKlubcafeeinfindenwerden.“69EineVernetzungzwischendem Vorstand, den SportlerInnen, den sonstigen Mitgliedern und wohl auch den AnhängerInnenwar alsodezidiert erwünscht. Das Kaffeehauswurde als typischwienerische Institution angesehen, der spezifische lokaleEigenheitenzugeschriebenwurden,dochzugleichwarenge- 65 Zu JuliusDeutsch sieheKapitel 8. 66 MatthiasMarschik, Wien als Olympiastadt. Die Arbeiterspiele von 1931. In: Wiener Ge- schichtsblätter 69,H. 1 (2014) 27–44. 67WolfgangMaderthaner, Vonder Zeit um1860bis zum Jahr 1945. In: PeterCsendes, Ferdi- nandOpll (Hg.), Wien. Geschichte einer Stadt. Band 3: Von 1790 bis zur Gegenwart (Wien/ Köln/Weimar 2006) 175–544, hier 402. 68 LutzMusner,DerGeschmackvonWien.KulturundHabituseinerStadt (Frankfurt/M.2009) 110f. 69WienerMorgenzeitung (15.8.​ 1925) 13.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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