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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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250 9 (Sport-)Netzwerke radedasCity-KaffeehausundseineKultur jüdischkonnotiert.70 Soschriebdas Sport-Tagblatt, dass in den Stadien immerwieder der alteWitz zu hörenwar, „einHakoah-AnhängergehöreebeninsKaffeehaus“.71DochauchdieDifferenz zwischen den angeblich bodenständigen Vorstadtvereinen und den noblen und finanzstarken City-Clubs wurde am Kaffeehaus festgemacht, da Letztere eben in den Cafés der Innenstadt ihrenVereinssitz und ihre Sekretariate hat- ten. Vorstadt- wie Citykaffeehaus wurden mit intensiven Diskussionen über Sport verbunden,wobei Ersteresmit unverblümter undvielleicht etwas zudi- rekterPolemik, Zweiteres zwarmit tiefgründigerer–hochkultureller–Reflexi- on, aber eben auch mit Bohème, Nachtleben, Spekulation, Glücksspiel und Kapitalismusverbundenwurde.72NichtohnediesezeitgenössischeDichotomie zuduplizieren, schreibtWolfgangMaderthaner: „Ebensowie die Vorstadt bezeichnet das Kaffeehaus, als sozialer Ort undMetapher zu- gleich, jenes kulturelle Umfeld, aus demder Fußball der zwanziger und dreißiger Jahre erwächst. InWien,woLiteratur,Musik,PhilosophieundGeschäft ihreHeimstätte imCafé hatten,speistesich ‚dasSpiel‘ebennichtnurausQuellenderPopular-undMassenkultur, sondernwar auchmit ElementenderBohèmeundderKaffeehauskultur durchsetzt.“73 Gerade von HugoMeisl existieren viele Geschichten, die beschreiben, wie er dasRing-CaféalszentralenOrtseiner (Netzwerks-)Arbeitnutzte. ImKaffeehaus liefenauchdiebeidenLinienvonMeisl als Sportorganisator undSportjourna- list zusammen.74 Sein Schreibtisch beimÖFBwar die formelle Zentrale, aber zugleich wird berichtet, dass ÖFB-Präsident Richard Eberstaller und WFV- Präsident Josef GeröwieHugoMeisl in den frühen 1930er-JahrenStammgäste im Ring-Café waren. Legendär wurden auch die Beziehungen, die im Kaffee- haus zwischen Sportverwaltung und Sportjournalismus gepflegt wurden. Be- rühmtwaren etwa die Préferénce-Partien zwischen Richard Eberstaller, Meisl undErwinMüller,RedakteurdesSport-Tagblattes. IndiesenKartenpartiensoll auchdas„Schmieranski-Team“,alsodieaufderBasisvonjournalistischenEin- 70 Katja Sindemann, Nicht daheim und doch nicht an der frischen Luft. In: Nu. Jüdisches Magazin fürPolitikundKultur3 (2008),onlineunterhttp://nunu.at/article/nicht-daheim-und- doch-nicht-an-der-frischen-luft/ (26.März 2017). 71 Sport-Tagblatt (27. 10.​ 1936) 2. 72 Horak,Maderthaner, Spiel, 126f. 73WolfgangMaderthaner, Ein Dokumentwienerischen Schönheitssinnes. Matthias Sindelar unddasWunderteam. In:Beiträge zurhistorischenSozialkunde 22/3 (1992) 87–90,hier 88. 74 AndreasHafer,WolfgangHafer,Bundeskapitänund„undesprinicpaux journalistes sport- ifs“HugoMeisl (1881–1937). In:MatthiasMarschik, RudolfMüllner (Hg.), „Sind’s froh,dassSie zuHausegeblieben sind“.MediatisierungdesSports inÖsterreich (Göttingen 2010) 199–208.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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