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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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254 9 (Sport-)Netzwerke oft ganze Absätze, die die prominenten Namen auflisteten. So hieß es zum Fußball-Cupfinale 1933 zwischenderAustria unddemBrigittenauerAC: „Aufder Ehrentribünehatten sichVertreter derBehördeneingefunden,wenngleichBun- despräsidentMiklasundBundeskanzlerDollfußabsagenmußten.Mansah inVertretung des Bundesministers für soziale VerwaltungMinisterialrat Dr. Nirnberger, dann General Schiebl, Zentralinspektor der Polizei Dr. Mauder, Gendarmeriezentralinspektor Burg, Oberst Soré,Major Gruber, Polizeioberkommissar Dr. Hüttl, den Präsidenten desHaupt- verbandes fürKörpersportKommerzialratDr. TheodorSchmidt,Dr. Fürth,dieFunktionä- re des Verbandes und der Vereine, Kammersänger Kalenberg usw. Die Preisverteilung wurde von Dr. Gerö auf der Ehrentribüne durchgeführt, vor der Estrade versammelten sich die beidenMannschaften, eine Ansprache und die Uebergabe gingen in demLärm derMassenbeinaheunter.“80 Der österreichische IOC-DelegierteundspätereÖOC-Präsident TheodorSchmidt wareinerder führendenSportfunktionäre,derdieEhrentribünenahezuexzes- siv als Ort der sportlichenwie politischenNetzwerkarbeit nutzte.81 In der ge- meinsamen Bewunderung für die sportlichen Leistungen und unter der Prä- misse eines scheinbar „neutralen“ Sportgeschehens ließen sich auf solchen männlichdominiertenEhrentribünengutbelangloseGesprächeführen,dieun- ter Umständen jedoch – über politische, weltanschauliche Differenzen hin- weg– rasch zuVertiefungender Kontakte führenundmehr oderminder lose Netzwerkeetablierten,dieman imBedarfsfall aktivierenkonnte– inBelangen desSports genausowie etwa fürGeschäftsbeziehungen. InternationaleNetzwerke Internationale Vernetzungwar ein zentrales Element im Sport der Zwischen- kriegszeit. Im österreichischen Sport existierte die spezielle Situation einer übermächtigen Metropole, die kaum innerösterreichische Bezugspunkte auf- wies. Besonders eklatantwardas imSpitzenfußball, der eine reinwienerische Angelegenheitdarstellte. TrotzanfänglicherSchwierigkeiten, andieSportkon- takte aus Zeiten der Monarchie anzuknüpfen, wurde internationaler Aus- tausch,besondersmitBudapestundPrag, raschwichtigeralsdieBeziehungen zur „Provinz“. Speziell – aber keineswegsnur – imFußball entwickelten sich weit eher transnationale Netzwerke zu diesen beiden anderenMetropolen als 80 Sport-Tagblatt (26.5. 1933) 1. 81 MatthiasMarschik, Theodor Schmidt. Ein jüdischer „Apostel derOlympischen Idee“ (Jüdi- scheMiniaturen 125, Berlin 2018).
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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