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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Netzwerke post mortem 259 Deshalbwandte sichMariaMeisl an Ivo Schricker, Generalsekretär der FIFA. Sie schilderte ausführlich ihre finanzielle Lage und den von Gerö entwickel- tenPlan, für die FamilieMeisl einHaus zukaufen.97 Die notwendige Summe sollte–nebendemRestbestandvonHugoMeislsLebensversicherung–durch fix zugesagteSpendenderFIFAunddernationalenFußballverbände Italiens, der Tschechoslowakei sowie prinzipielle Zusagen Jugoslawiens undRumäni- ens aufgebracht werden. Die politische Lage habe allerdings auch Probleme verursacht, wie Maria Meisl euphemistisch – Gerö war zu diesem Zeitpunkt imKZ – formulierte: „Dr. Gerö kannmir in dieser Angelegenheit nichtmehr helfen, er hat seine eigenen Sorgen. Dr. Eberstaller hat nichts mehr zu re- den.“98 Zwarwurde esmitHaus undGeschäft nichts, erfolgloswar der Brief trotzdem nicht: Am 22. September 1939 schrieb Schricker an Maria Meisl, „dass natürlich die gewährte Unterstützungwie bisher weiterlaufenwird“.99 Doch auchMeisls – jüdische –Geliebte, Emilie (Emmy) Schossberger, hoffte überMeisls Todhinaus auf dessenKontakte.100 Netzwerkepostmortem DassMeisl seine Beziehungenüber seinen Todhinauswirksam sah, zeigt ein Blick auf dessen engstesNetzwerk, das in seinemTestament vom21. Septem- ber 1934 indiePflichtgenommenwird.Darinbestellte erbis zurVolljährigkeit seinerKinder„denHerrnOberlandesgerichtsratDr.RichardEberstaller,Staats- anwaltDr. JosefGeröundRedakteurOttoHoworka“alsVerwalter.101 Eberstal- lerundGeröwarenalsPräsidentendesÖFBbzw.WFVbekanntePersonenaus Meisls unmittelbarer beruflicherUmgebung. Der Journalist OttoHoworkawar Redakteur der regierungsnahen Reichspost und auch bei den Olympischen Spielen von Berlin 1936 Sonderberichterstatter des Blattes.102 Inwieweit die WahldieserdreiMännernurdenengenpersönlichenBeziehungengeschuldet 97WStLA,NachlassMeisl, Briefentwurf „Sehr geehrterHerrDoktor“. 98WStLA,NachlassMeisl, Briefentwurf „Sehr geehrterHerrDoktor“. 99WStLA, Nachlass Meisl, Brief Dr. jur. J. Schricker, Generalsekretär der F.I.F.A., an Frau [Maria]Meisl, 22.9.​ 1939. 100 Hafer, Hafer, Meisl, 102f.; University of Nebraska Press, Remembering Emily Maria Schossberger. Abrufbar unter: https://unpblog.com/2016/04/18/remembering-emily-maria- schossberger/ (23.März 2017). 101WStLA,Einzelstück2.3.1.1a.A9.116/1937–HugoMeisl 21.9. 1934,2.3. 1937{kundgemacht}, 1.2 TestamentHugoMeisl. 102 Vgl.Urbanek, Deutschland-Komplex, 166.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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