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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Nach 1938: Netzwerke der Flucht 265 Manuskripts begann.125 Gleichzeitig kontaktierte Reich auch Friedrich Adler, denSohndesSDAP-ParteigründersVictorAdlerund langjährigenSekretärder SozialistischenInternationale (SAI) inBrüssel.Reichberichtetedemführenden Sozialdemokraten vomSchicksal einiger Parteigenossen und anderer öffentli- cher Personen in Dachau und der ungleichen Behandlung von „Ariern“ und jüdischen Insassen.126 Reichwar nicht religiös in einemengeren Sinn, jedoch glaubteeraneinenGott,127 denNS-Rassenbegriffhielt er fürunwissenschaftli- che Ideologie. So hieß es in seinemManuskript: „In Mitteleuropa und jetzt wohlschoninderganzenWeltweißman,wasHitlerundseineSchergenunter einemArier verstehen und das ist Gesetz,mögen die Rassenforscher noch so einwandfrei nachweisen, daß es so etwas wie eine arische Rasse weder gibt nochgebenkann.“128 Adler, der selbst seit seinemMordanschlag auf denk.k. Ministerpräsidenten Stürgkh im Ersten Weltkrieg immer wieder antisemiti- schen Angriffen ausgesetzt war, beschrieb die Berichte aus den KZs und der „Judenhetze imNovember“ – demNovemberpogrom 1938 – im Briefwechsel mit Reich als „im tiefstenaufwühlend“.129 Reich ersuchteAdler umUnterstüt- zungbeiderVerlagssuche für seinBuchund ließWillyMeisl fertigeKapitel an Adler senden.130Unzufriedenmit derUnterstützungMeisls, dessenBemühun- gen ihm „zuwenig durchsetzungskräftig“ erschienen, bat er Adler umHilfe: „Dr.Meisl, der IhnendasManuskript aufmeinErsuchengeschickt hat, kennt sich indiesenDingenscheinbarnicht viel besser ausals ichunddeshalbbitte ich Sie, sehr geehrter Herr Doktor, wenn es Ihnen geboten erscheint, in dem bewussten Verlag vielleicht nachzuhelfen.“131 Gemeint war das Unternehmen des antifaschistischenbritischenVerlegersVictorGollancz, der dasBuchaber imMärz 1939 ablehnte.132 Adler setzte sich u.a. in der Schweiz beimVerleger Emil Oprecht für ReichsManuskript ein,133 die Veröffentlichung scheiterte je- doch. Schließlich blieb es bei einer finanziellen Unterstützung des Projekts durch Adler, die zumindest eine professionelle Übersetzungmöglichmachen sollte. Kurz vor Kriegsausbruch, am Tag des Hitler-Stalin-Paktes im August 1939,dankteReichAdler fürdiegeleisteteHilfe,schwankendzwischen„Energie undTatendrang“undderUngläubigkeitüberdieneueaußenpolitischeSituati- 125 VGA,Adler-Archiv, BriefMaxReichanFriedrichAdler 3. 1.​ 1939. 126 VGA,Adler-Archiv, BriefMaxReichanFriedrichAdler 16. 12.​ 1938. 127 Vgl.Reich, Zweier ZeugenMund, 295. 128 Reich, Zweier ZeugenMund, 90. 129 VGA,Adler-Archiv, Brief FriedrichAdler anMaxReich, 10.4.​ 1939. 130 VGA,Adler-Archiv, BriefWillyMeisl anFriedrichAdler 17. 2.​ 1939. 131 VGA,Adler-Archiv, BriefMaxReichanFriedrichAdler 21. 2.​ 1939, 26. 2.​ 1939. 132 VGA,Adler-Archiv, BriefWillyMeisl anFriedrichAdler 11. 3.​ 1939. 133 VGA,Adler-Archiv, Brief FriedrichAdler anMaxReich, 10.4.​ 1939.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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