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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Seite - 273 -
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Jüdischer Sport nach dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich 273 diente zudem der Vorbereitung auf die nationalsozialistische „Neuordnung“ des Vereinswesens nach der „Wiedervereinigung“ Österreichs mit dem Deut- schen Reich bei gleichzeitiger Vermeidung unkontrollierter Einmischungen undZugriffe durch reichsdeutscheEinrichtungen. Eine Verfügung zurMinimierung reichsdeutscher Einmischungenwar be- reits am14.März 1938 ergangen.30Die Funktionäreder vier Jahre zuvor staat- lich geschaffenenÖsterreichischen Sport- und Turnfront (ÖSTF, abMärz 1938 Deutschösterreichische Sport-und Turnfront, DÖSTF; siehe zu dieser Einrich- tung unten) wurden in diesem Sinn noch am gleichen Tag angewiesen „bis auf weiteres keine Tätigkeit auszuüben und daher keinerlei Weisungen oder Verfügungenzutreffen“.AlleNeuregelungen, insbesondereFunktionärsbestel- lungen, würde sichweiterhin die (D)ÖSTF vorbehalten.31 Zudem galt für den Bereich des Sports unter Bezugnahme auf die Stillhalteverfügung Bürckels, dass „Eingriffe irgendwelcher Art in das Leben der Turn- und Sportvereine untersagt sind.“32 Eine Ergänzung dieser Verfügungen stellte im vonden ver- schiedenen Anweisungen irritierten Sportbereich wenige Tage später, am 18.März 1938, klar: „Die sportlicheund turnerischeVereinsarbeit kannweiter- gehen, ebenso können Wettkämpfe und Wettspiele ausgetragen werden.“33 DieseVereinsarbeit–dienurmehr invonVerfolgungshandlungennichtbetrof- fenen Sportklubs möglich war – galt es nun aber „in den Dienst der Volks- abstimmung“ am 10. April zu stellen: Bei Sportveranstaltungen hatten zur Maximierung des propagandistischen Nutzens des NS-Staates entsprechende Werbemaßnahmenstattzufinden.34 Ebenfalls am 18. März 1938wurde NS-Funktionär Albert Hoffmann35 als „Stillhaltekommissar für Vereine, Organisationen und Verbände“ eingesetzt OpferderwildenRaubzügeder erstenTagenachdem„Anschluss“.Pawlowsky et al., Vereine, 130f., 142–149. 30 Bereits am 14. März 1938war durch Bürckel und den späteren Stillhaltekommissar Hoff- mannverfügtworden,dass„selbständigeVerhandlungenzwischenReichsstellenundösterrei- chischenOrganisationenverboten“ seien.Pawlowsky et al., Vereine, 50. 31WichtigeWeisungenandieSportfunktionärederDeutschösterreichischenSport-undTurn- front. In:DasKleineVolksblatt (14.3.​ 1938) 11.GezeichnetwarendieWeisungenvonFritzMül- ler vom Deutschen Turnerbund, dem neuen stellvertretenden Leiter der (D)ÖSTF. Zu Müller sieheMarschik, Sportdiktatur, 102f., zumSportweiters ebenda, 106f. 32 An alle Vereine des Gaues 17 des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen. In: Deut- scher Telegraf,Nachtausgabe (9. 5.​ 1938) 8 (bezugnehmendaufMärz 1938). 33 Exemplarisch:Der Sport gehtweiter! Der Pressedienst derDeutschösterreichischenSport- undTurnfront verlautbart. In:WienerMittagsausgabeNeuesWiener Tagblatt (18.3.​ 1938) 5. 34 Ebenda. 35 Ralf Blank, Albert Hoffmann (1907–1972), online unter: http://www.historisches-centrum. de/index.php?id=284 (April 2017);Pawlowsky et al., Vereine, 97ff.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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