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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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276 10 Nach dem „Anschluss“ rund20jüdischenSportvereine–undüber300StiftungenverfügtederStillhal- tekommissar imRahmen der nationalsozialistischen Reorganisation zunächst einemassive Dezimierung.47 Die Mehrzahl der jüdischen Vereine wurde sehr rasch aufgelöst und etwaiges Vereinsvermögen, sofern nach den „wildenAri- sierungen“undVermögensverschiebungender erstenWochennachdem„An- schluss“ solches noch vorhandenwar, zu 100 Prozent eingezogen. Lediglich zionistische, das heißt auf die Auswanderung der jüdischen Bevölkerung ab- zielende Vereinigungen wie etwa jene, die Umschulungskurse anboten, oder Fürsorgevereine unter Aufsicht der IKG konnten vorerst nochweiterbestehen. Mit Beginnder systematischenDeportationen im Jahr 1941wurden aber letzt- lich alle noch bestehenden jüdischen Vereine und Vereinigungen sukzessive aufgelöst.48 Die Tätigkeit des Stillhaltekommissars wirkte hier gleichsam als Instrumentder „Entjudung“. OrganisatorischeVeränderungen imBereichdesSports nach dem„Anschluss“ AbMitteder1920er-Jahrehatte„jederOrt, jenachsozialerundpolitischerKon- stellation, zwei oder drei Turn-undetlicheSportvereine.“49DieseVereinewa- ren inderZeitdesAustrofaschismusnachderAusschaltungdesArbeitersports (ASKÖ) imJahr 1934,nach ideologischmotiviertenEinschränkungenbeiFrau- ensportvereinenundnachgeringfügigenEinschnittenbeimdeutschnationalen Turnerbund inder imHerbst 1934eingerichteten, autoritär geführtenÖsterrei- chischen Sport- undTurnfront (ÖSTF)50 zusammengefasstworden.51 Die rund 20 in diesemZeitraumbestehenden, vorrangig zionistischen jüdischen Sport- vereine inÖsterreichwarenmehrheitlich im1913gegründeten JüdischenTurn- undSportverbandÖsterreichs im„Makkabi-Weltverband“,dernationalenVer- 47 Duizend-Jensen,Gemeinden, 17, 48f., 97ff.; Juraske, Vereine, 43–61, hier 55–59. 48 Duizend-Jensen, Gemeinden, 120f.; Lichtblau, Integration, 521f.; Pawlowsky, Einschluss, 272f. Vgl. auch Rothkappl, Zerschlagung, 85–97. Die IKG selbst wurde am 31. Oktober 1942 eingestellt unddurchden „Ältestenrat der Juden inWien“ abgelöst. Lichtblau, 532; vgl. auch Bericht des Präsidiumsder IsraelitischenKultusgemeindeWienüber die Tätigkeit in den Jah- ren 1945bis 1948,Wien 1948, 1. 49 Marschik, Turnen, 374. 50 Bundesgesetzblatt (BGBl) II 362/1934; die Durchführungsbestimmungen finden sich in: Österr. Sport- und Turnfront (Hg.), Sportjahrbuch 1935. 4. Jahrgang des Körpersport-Jahr- buchesdesÖsterreichischenHauptverbandes fürKörpersport (Wien 1935) 5–20. 51 Marschik, Turnen, 375f.;Österr. Sport- undTurnfront, Sportjahrbuch, 319f.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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