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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Jüdischer Sport nach dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich 281 digkeit freigestellt undderAufsicht desNS-Reichsbundes für Leibesübungen, GauXVII-Wien“unterstelltworden seien; dieWienerZeitungdruckte in ihrem amtlichenTeil aucheineListe der freigestelltenSportklubs ab.80 Die jüdischenSportvereine inWienwiederSCHakoah,derSchwimmklub Hakoah,derTouristik-undSkiklubHakoah,der jüdischeSport-undSchützen- verein Haganah, die TurnvereineMakkabi II, X, IX und XV, der Fußballklub Hasmonea-Makkabi,der JüdischeKlubder Jungenunddie Jugendorganisation derMakkabi namens Hazair hingegen verloren entsprechend den Zielsetzun- gendesStillhaltekommissars ihre vereinsrechtlicheEigenständigkeit. Siewur- den unter Aufhebung ihrer Rechtspersönlichkeit zwangsweise in den Verein „MakkabiWien. Jüdischer Sport- und Turnvereinmit dem Sitz inWien“, der mit neuem Namen und neuen Satzungen versehenen Fortführung des Jüdi- schen Turn- und Sportverband Österreichs im „Makkabi-Weltverband“, ein- gewiesen und unter Aufsicht des nun für Auswanderung zuständigen Zio- nistischen Landesverbandes in der Marc-Aurel-Straße 5, Wien Innere-Stadt gestellt.81 InderFolgeordnetederStillhaltekommissarbeiderVereinsbehörde ihreLöschungausdemVereinskatasteran.82ZudemwurdenjüdischeSportver- eine aus den Bundesländern sowie Sportklubs mit einem hohen Anteil jüdi- scher Mitglieder wie der Alpinistikverein Donauland, der Wiener Allround SportkluboderderWienerGolf-KlubzurEinweisungindenMakkabiWienvor- geschlagen.83DieGestapowiesdenMakkabiWienAnfangMai 1938 ineinVer- 80 Ordnung im Vereinswesen. Zielsichere Säuberung fast abgeschlossen. In: Kleine Volks- Zeitung (10.8.​ 1939) 4. EineAufstellung der insgesamt 563 freigestellten und der aufgelösten Vereine findet sich inder SonderbeilagederWiener Zeitung (Amtlicher Teil, 9.8.​ 1939) 1ff. 81 Josua Torczyner, The Last Days of Hakoah unter the Nazis. In: Heinrich H. Glanz (Hg.), 35 Years Hakoah A. C. Jubilee Book (New York 1945) 20–24, hier 21; ÖStA, AdR, ZNsZ, Stiko Wien,Karton568,31-N2,31-N14;WStLA1.3.2.119.A32,Zl. 5533/25;Anderl, Emigration, 202.Die entsprechenden Akten des Stillhaltekommissars spiegeln nicht zur Gänze die Aussagen von Torczynerwider; so ist etwanur imVereinsakt zumSchwimmklubHakoahdie Einweisung in denMakkabiWieneindeutigdokumentiert. Die Zusammenführungder jüdischenVereinewar im Juli 1938 seitens des Stillhaltekommissars erst angedacht; die Gestapo hatte eine entspre- chende Umsetzung augenscheinlich vorweggenommen. Siehe dazu: WStLA 1.3.2.119.A32, Zl. 2436/27 (SchwimmklubHakoah);ÖStA,AdR, ZNsZ, StikoWien, Karton 568, 31-N6, 31-N 7, 31- N 8, 31-N 9; Simon Schwaiger, SportklubHakoahWien– Ikone jüdischen Selbstbewußtseins. Von der Gründung bis zur Gegenwart (Dipl.-Arbeit Universität Wien 2008), 58f.; Rothkappl, Zerschlagung, 86f. 82 Vgl. etwa zumTurnvereinMakkabi IXÖStA,AdR, ZNsZ, StikoWien,Karton 568, 31-N 2. 83 ÖStA, AdR, ZNsZ, StikoWien, Karton 568, 31-N 1, 31-N 2: Bericht vonDr. Otto Lifczis über den Aufbau der jüdischen Turn- und Sportbewegung in Österreich, 3. Diese Vereinewurden aber letztlich aufgelöst oder unter Aufhebung ihrer Rechtspersönlichkeit in andere Vereine eingewiesen. DerWiener Golf-Klub etwawurde in denWiener Golf und LandClub eingewie- sen, Donauland aufgelöst, der Allround Sportklub verkaufte wie erwähnt die Bestände der
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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