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282 10 Nach dem „Anschluss“
einslokal ein, das sich zuerst in der Sterngasse 13, dann amSalzgries befand.
Nach der gänzlichen Suspendierung ihrer Vereinstätigkeiten seit dem „An-
schluss“nahmendieVertreterInnenderverschiedenen jüdischenSportvereine
dortAnfangMaigemeinsamdieArbeitenwiederauf.84Darunterbefandensich
RechtsanwaltDr.OttoLifczis, der seit 1936Präsident des JüdischenTurn-und
SportverbandÖsterreichs im„Makkabi-Weltverband“gewesenwar, jedoch im
August 1938des JahresnachPalästinaemigrierte,85LeichtathletNorbertHoch-
stimm vom Jüdischen TurnvereinMakkabi X86 undWalter Beck von der Ha-
koah,87 Franz Guttmann, Dr. Adolf Brunner (ehemaliger Leiter der Makkabi
Hazair)88 und Josua Torczyner (auch: Joshua Torcziner), ein ehemaliger Ha-
koahner (Jugendfußball), Tischtennis-Sektionsleiter beim Verein Hasmonea-
MakkabiundTennis-Makkabi-Worldchampion,der 1939überdieSchweiz,Bel-
gienundKuba indieUSA flüchtenkonnte.89
Tennissektion, deren Mitglieder vorrangig Juden und Jüdinnen gewesen waren. WStLA
1.3.2.119.A32, Zl. 1065/1922 (Wiener Allround Sportklub); WStLA 1.3.2.119.A32, Zl. 7716/1929
(WienerGolf-Klub);BennoZelsacher, Golf-ClubWienFreudenau40 Jahre. 1949–1989.Hg. von
HerbertRast (Wien1989);HannoLoewy,SektionDonauland. In:DanDiner (Hg.),Enzyklopädie
jüdischerGeschichteundKultur, Bd. 5 (Stuttgart 2014) 420–425.
84 Torczyner, Days, 21; Joshua Torczyner, Die Tätigkeit des „Makkabi Wien“ 1938–1941. In:
Bunzl (Hg.),Hoppauf, 128–134,hier 129ff.;UlrikeMariaGschwandtner, JüdischerSport ineiner
antisemitischenUmwelt. Kontinuitäten antisemitischer Verhaltensmuster im österreichischen
Sportdes20. Jahrhunderts,exemplarischbehandeltamBeispieldes jüdischenSportklubs„Ha-
koah“ (Dipl.-ArbeitUniversität Salzburg 1989) 46;Anderl, Emigration, 282, 331.
85 Torczyner, Days, 21; Die Neue Welt, Nr. 579 (1936) 8. Otto Lifczis änderte später seinen
Namen in Otto Eytan Liff und leitete als Polizeimajor die ab 1960 in Tel Aviv eingerichtete
Untersuchungsstelle fürNSGewaltverbrechen.Sauer,Reiter-Zatloukal, Advokaten 1938, 232f.;
AndreasEichmüller,KeineGeneralamnestie.DieStrafverfolgungvonNS-Verbrechen inder frü-
henBundesrepublik (München2012) 395. IchdankeAlexander Juraske fürwertvolleHinweise
zurBiographie Lifczis’.
86 IchdankeAlexander Juraske fürdiesenHinweis. Inseiner JugendwarHochstimmMitglied
derHakoah. Illustriertes (Österreichisches) Sportblatt (5. 1. 1917) 8.
87 ZuBeckvgl.Körner, Lexikon, 18f.
88 Vgl.weiter:Anderl, Emigration, 244;Betz, Platzeröffnung, 165;Torczyner, Tätigkeit, 129ff.
89 Torczynerwar im Juwelenhandel, als Journalist und Sportkorrespondent tätig undwirkte
lebenslang in zahlreichen jüdischenOrganisationen. Inder Schweiz unterstützte er dasHilfs-
komitee desMaccabiWeltverbands als Exekutivdirektor, in Belgien arbeitete er im jüdischen
Untergrund, bis er schließlich via Kuba in die USA einreiste, wo er in New York und San
FranciscoHakoah-Vereinegründeteund leitete.HugoGold (Hg.),Österreichische Juden inder
Welt. Ein Bio-Bibliographisches Lexikon (Tel Aviv 1971) 46; ArthurBaar, Josua Torczyner. In:
JosuaTorczyner, „‚Mörder‘ schrie ich Eichmann an“ (Tel Aviv 1975) I–IV. Enthalten in: Pierre
GildesgameMaccabiSportsMuseum,RamatGan, Israel,MaccabiAustriaFiles, 4-01-006 [PDF-
Dokument]; ÖStA, AdR, ZNsZ, Stiko Wien, Karton 568, 31-N 14: Funktionärsliste vom 25.8.
1938;DieNeueWelt,Nr. 288 (1933) 10;Bunzl,Hoppauf, 129.
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Titel
- Sportfunktionäre und jüdische Differenz
- Untertitel
- Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Autoren
- Bernhard Hachleitner
- Matthias Marschik
- Georg Spitaler
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Berlin
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-055331-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 376
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918