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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Jüdischer Sport nach dem „Anschluss“ an das Deutsche Reich 287 „JudenderBesuchvonSportplätzenverboten.Um inZukunft Zwischenfälle,wie sie sich inder letztenZeitwiederholt imZuschauerraumöffentlicher Sportplätze ereignet haben, zu vermeiden, hat der Polizeipräsident inWienmit der Polizeiverordnung vom5. d. das BetretenöffentlicherSportplätzedurch JudenalsZuschauerbei sportlichenWettkämpfen vonVereinen,diedemDeutschenReichsbund fürLeibesübungenangehören,mit soforti- gerWirksamkeit verboten.“116 DieBewegungsmöglichkeitenderWiener JudenundJüdinnenwurdenein Jahr späterdurchAusgehsperrenzwischen20bzw. 21und6UhrundweitereBetre- tungsverbotenochmals verschärft.117 NebendemZugangsverbot zuNaturstränden galt für Judenund Jüdinnen auch ein Besuchsverbot der rund 60 städtischen Badeanstalten.118 Eine ent- sprechende Sperre war sofort nach dem „Anschluss“ von derWiener Magis- tratsabteilung 37 auf eigeneVerantwortung, d.h. ohne gesetzlicheGrundlage, verfügt und anschließend auch von sämtlichen Privatbädern übernommen worden. Erst aufgrundderGefahr vonSeuchendurchhygienischeÜbelstände erlaubten einigePrivatbäder Judenund Jüdinnenwieder Zutritt.119 AnHallen- bädern stand jüdischen SchwimmerInnen im Sommer 1938 nur noch das im Eigentum des jüdischen Ehepaares Gustav und Emilie Beck stehende Brünnlbad anbestimmtenWochentagen zurVerfügung. Selbst für dieseMög- lichkeithatteeszahlreicherBittschreibenvonFunktionärendesMakkabiWien andenStillhaltekommissarbedurft.120Erst1939durftenalsstädtischesFreibad füreineSaisondasBaumgartnerBad(14.,HackingerStraße8)unddasHietzin- ger Strandbad in der Hadikgasse (ebenfallsmit einem jüdischen Eigentümer) genutztwerden. Ersatzweise nutzten viele Judenund JüdinnendenDonauka- 1939 siehe III Rz48, 93, 205, ab 1939 siehe ebenda, IV Rz49, 264, 296, 373, 418, 449;weiter: Wahlig, Abseits, 69ff., 77ff. 116 NeuesWienerTagblatt (6. 10.​ 1938) 10.Vgl.auchStuhlpfarrer, Judenfeindschaft, 167;Botz, „Anschluss“, 244. 117 Botz, Stufen, 371. Die längere Ausgangszeit galt im Sommer. ZumVerbot, den Prater zu betreten, siehe JüdischesNachrichtenblatt (AusgabeWien) (23.6.​ 1939) 7. 118 Ende 1938 bestanden in Wien 58 städtische Badeanstalten, zudem 78 Bäder (Brausen, Wannen) in (städtischen) Wohnhausanlagen, sowie 31 private Badeanstalten. Gemeindever- waltungdesReichsgauesWien (Hg.), Statistisches JahrbuchderStadtWien 1938 (NeueFolge, 5. Band,Wieno.J.) 49f. 119 Botz, „Anschluss“, 408ff. 120 ImHerbst 1938 begann die Arisierung des Bades. Hans Schafranek, AndreaHurton, Die ÖsterreichischeLegionundder„Anschluss“1938.„Arisierungen“alsVersorgungs-undKarrie- restrategien„verdienterKämpfer“ impolitischenAbseits. In:Dokumentationsarchivdesöster- reichischenWiderstandes (Hg.), Jahrbuch 2008 (Schwerpunkt Antisemitismus) (Wien 2008) 189–220, hier 217ff.;Betz, Platzeröffnung, 166.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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