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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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290 10 Nach dem „Anschluss“ trieb – vom Stammklub Hakoah. Sie gründeten aus vereinsrechtlicher Sicht eigene, namensgleiche Vereine, sodass der Name Hakoah nunmehr für eine Vereinsgruppebzw. einenVereinsverbund stand.134 Hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass dieUmgestaltung der Schwimm- sektion der Hakoah in einen vereinsrechtlich eigenständigen Schwimmklub HakoahvondreiSchwesternnamensRosa, IrmaundHildeBraunfeld,geboren in den 1890er-Jahren in Holleschau/Mähren, vorgenommenwurde.135 Sie ge- hörtenzurkleinenGruppederweiblichenHakoah-Funktionärinnen.136Diedrei Schwesternwaren inWienmitdenRechtsanwältenOskarKaempf (geb.Kohn) und Josef Fuchs sowie demKaufmannMichaelDukes(z) verheiratet.137 Letzte- rer betrieb amWiener Bauernmarkt eine Gemischtwarenhandlung und warb dafür häufig in derHakoahklubzeitung.138 Als Sitz des neuenVereins nutzten die Schwestern vorerst die Rechtsanwaltskanzlei des späteren langjährigen Leiters des Schwimmklubs Hakoah, Valentin Rosenfeld, in der Wipplinger- strasse 21 inWien, InnereStadt.Als erstePräsidentindesneuenKlubs, der im Dianabadund Jörgerbad sowie in einigenweiterenWiener Badeanstaltenwie dem Amalienbad oder Brünnlbad trainierte, fungierte im ersten Vereinsjahr (bisApril 1929)zunächstaberdie jüngstederdreiSchwestern, IrmaFuchs,von der dann Valentin Rosenfeld das Präsidentenamt übernahm.139 Irma Fuchs, eineKanzlistin vonBeruf,wurdedabei vonder erfolgreichenHakoahschwim- 134 Vgl. O.V., Die Makkabi-Bewegung in Oesterreich (Teil II und Schluss). In: Nachrichten- blatt des Schwimmklubs „Hakoah“ Nr.325 (15.4. 1937), 1 und Nr.326 (15.5. 1937), 1; Baar, 50 Jahre Hakoah, 193f., 273; Robert Glücksmann, Hakoah Wien – Haifa – Wien. In: Baar, 50 Jahre Hakoah, 284–287, hier 284. Der Schwimmklub Hakoah hielt seine erste Generalver- sammlung am30.Oktober 1929 ab:Wiener Sporttagblatt (30. 10.​ 1929) 5. Vgl. zur Abspaltung der Fußballsektion etwa auch die Berichte in der Zeitschrift Sport-Tagblatt (6. 1.​ 1928) 3f., (20.6.​ 1928) 3; (9.8. 1928) 4, (22.8.​ 1928) 3; (12.9.​ 1928) 4;Arbeiter-Zeitung (20.9.​ 1927) 10;Die Neue Welt Nr. 13 (1927) 12f.; Wiener Sonn- und Montags-Zeitung (20.8.​ 1928) 13; Freiheit! (30.7.​ 1928) 8; (21.8.​ 1928) 8; (22.8.​ 1928) 8 sowieWStLA 1.3.2.119.A32, Zl. 2436/27 (Schwimm- klubHakoah), 10673/27 (Touristik- undSkiklubHakoah), 6381/28 (FußballklubHakoah). 135WStLA1.3.2.119.A32, 2436/27;Vereinsakt SCHakoah;RobertGlücksmann,HakoahWien– Haifa–Wien. In:Baar, 50 JahreHakoah, 284–287, hier 284;DieNeueWeltNr. 13 (1927) 12f. 136 Vgl. hierzu imDetail Kapitel 5 sowieBetz, JewishSport, 13. 137 Zu den Personenstandsdaten vonHilde, Irma und Rosa Braunfeld siehe deren Einträge unterwww.genteam.org. 138 LehmannsAllgemeinerWohnungs-Anzeiger nebst Handels undGewerbeAdreßbuch für dieStadtWien,Band1 (Wien 1920)400;WienerMorgenzeitung (28. 11.​ 1920) 17;Hakoah.Offi- ziellesOrgandesSportklubsHakoah.Wien, Jg. 1,Nr.6, 84. 139 ZuRosenfeldsieheFußnote 157sowie:Verein,Advokaten, 287f. IrmaBraunfeldhattebis zu ihrer Eheschließungebenfalls inderWipplingerstrasse 21, Tür 12, gewohnt, vermutlichbei der Mutter von Valentin Rosenfeld, Recha Rosenfeld. Wahrscheinlich war sie auch bei ihm beschäftigt. WStLA, Bestand 2.5.1.4 – BPD Wien, Historische Meldeunterlagen (ca. 1880)–
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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