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Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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294 10 Nach dem „Anschluss“ BorgstattfindensollteunddasnunnachderAuflösungdesKlubsnichtmehrabgehalten werdenkann.“153 Die vomTouristik- und SkiklubHakoah betriebene Berghütte am Semmering wurde nach dem „Anschluss“ ebenfalls ein Objekt antisemitischer Bereiche- rungsstrategien. Örtliche Nationalsozialisten stürmten das Gebäude, entfern- tenVereinsabzeichenund jüdischeSymbole, kurzdaraufnahmdieSportsekti- onderGestapoMürzzuschlagdie Liegenschaft für eigeneZwecke inBeschlag. Mit 1. Juni 1938wurdedasHaus fürdasDeutscheReicheingezogenund inder Folge vonderPolizeisportvereinigungWiengenutzt.154 MitdemTeilnahmeverbotamSportgeschehen,derKonfiszierungderKlub- räumlichkeitenundderAbsagevonKlubveranstaltungenkamdasehemals le- bendigeVereinslebenderHakoah-VereineabruptzumStillstand.„DasHakoah- Vereinslebenwarmitdem,Anschluss‘aus“,erzählteErichSinai,„daswarweg. [...] Seit dem Einmarsch vonDeutschland habe ichmit niemandemmehr ge- sprochen.“155 Die sozialen Kontakte zwischen den Vereinsmitgliedern waren unterbrochen,dieSportlerInnenmusstenderBewältigungdesAlltags imnati- onalsozialistischenWienunddenaufwändigenVorbereitungen füreinemögli- che Auswanderung nachgehen. Die Anzahl der möglichen Treffpunkte war nachBeschlagnahmeder Klubräumeundder Limitierungder Bewegungsfrei- heit im öffentlichen Raum für Jüdinnen und Juden zudem äußerst reduziert. ErichSinaikonnte trotzdieserEinschränkungenKontakte zuHakoahnerInnen für sichnutzen, die er imApril 1938beimSchwimmen traf. Von ihnenbekam er den Tipp, dass die Einreise nach Lettland noch ohne Visummöglichwar, wohin Sinai imMai 1938 auch tatsächlich floh.156 Auch andereHakoahnerIn- nen nutzten Vereinskontakte für ihre Flucht bzw. halfen ehemaligen Vereins- kollegInnen bei ihren Emigrationsbemühungen. Ignaz Körner, langjähriger Präsident der Hakoah, setzte sich dahingehend vor seiner Emigration nach Palästina in der imMai 1938wiedereröffneten IKG ein, ebenso half Valentin Rosenfeld vielenHakoah-SportlerInnenbei ihrer Fluchtundgewannden ihm persönlichbekanntenSigmundFreudalsTestimonial für seineLondonerRet- tungsaktion.157 Die Proponentinnen des 1928 anstelle der Hakoah-Schwimm- 153 Selbstwehr. JüdischesVolksblatt Jg. 32,Nr. 11 (17. 3.​ 1938) 8.Abgedruckt in:Betz, Platzer- öffnung, 150.Vgl. dazuauchDieKleineVolkszeitung (13. 3.​ 1938) 24. 154 Betz, Platzeröffnung, 165. 155 InterviewderAutorinmit ErichundKitty Sinai am 29.7.​ 2008, vgl.Betz, Platzeröffnung, 166. 156 Betz, Platzeröffnung, 166. 157 Library of Congress, Sigmund Freud Papers, Topic: Valentin Rosenfeld 1967, Valentin Rosenfeld an Kurt Eissler am 13.8.​ 1967, 9, online unter https://www.loc.gov/item/ mss3999001666(5. Juli 2018);Topic:MaccabiWorldUnion1939,SigmundFreudandieMacca-
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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