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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Case Study: Das Beispiel Hakoah 297 den eine rechtlich beendete Angelegenheit. Die Vereinewaren amtlich aufge- löst und wurden aus dem Vereinskataster gelöscht. Die diesbezüglichen Be- scheide wurden mehrheitlich an den letzten Vereinsobmann oder andere wichtige Vereinsfunktionäre zugestellt. Viele von ihnen, wie der Kassier des Touristik- und Skiklubs Hakoah, Leo Eisner, waren bereits geflohen.167 Am 19. März 1940, zwei Jahre nach dem Einmarsch Hitlers in Österreich, schloss der Stillhaltekommissar nach Abschluss der behördlichen Abwicklung seine Akten zudenHakoah-Vereinen. Verlust derHakoah-Sportstätte AuchderSportplatz imPraterwarunmittelbarnachdem„Anschluss“Spielball nationalsozialistischer Umverteilungsstrategien geworden. Die Aufbauten am Hakoah-Platz, die als Superädifikate auf dem städtischen Pachtgrund im Ei- gentumdesVereins gestandenhatten,waren ebensowie die anderenVermö- genswerte des Vereins imFrühjahr 1938 vonder Gestapo beschlagnahmt und mit Erkenntnis vom 15. Juni 1938 für dasDeutsche Reich eingezogenworden. Der aufrechtePachtvertragverlor seineGültigkeit,AnfangMai 1938wurdedie SportanlagedurchdieGemeindeverwaltungWiender bis zum„Anschluss“ il- legalenSA,konkretderSA-Standarte90,alsneuerPächterinübergeben.168Die Übergabe an diese Organisation war gleichsam ein symbolischer Akt –man sah sich in der SA als „Ideenträgerin“ der nationalsozialistischen Ideologie, der allein die deutschen Leibesübungen zu überantworten seien; sie beein- flusste dasSporttreiben imDrittenReich stark.169 ObgleichdieSA-Standarte90denPlatzunddiebeschlagnahmtenHakoah- Klubhäuser nachweislich benutzte, das Hockeyfeld der Hakoahanlage in der Saison 1939 von der Hockeymannschaft desWiener Allround Sportklubs ge- mietet wurde und 1942 noch Reichssportkämpfe der Hitlerjugend auf dem Sportplatz stattfanden, dürften keinerlei Reparaturen an den Gebäuden und 167 Vereinskassier Leo Eisner war im August 1938 bereits in die USA geflohen. WStLA 1.3.2.119.A32, 10.673/27;ÖStA,AdR, ZNsZStikoWien, 31-N 7;Betz, Platzeröffnung, 167;Körner, Lexikon, 37. ImFall desHakoah-Fußballklubs erfolgte die Zustellung desAuflösungsbeschei- desan falschePersonenbzw.denvermeintlichenkommissarischenLeiter:DasAmtsschreiben ging von der städtischen Vereinsbehörde (MA 2) fälschlich an Dr. Rottenberg (eigentlich Dr. Alois Rothenberg) von der Zentralstelle für jüdische Auswanderung.WStLA 1.3.2.119.A32, Zl. 6.381/28;ÖStA,AdR, ZNsZStikoWien, 31-N8. 168 Betz, Platzeröffnung, 168f.;Betz, Neid, 96–98. 169Winfried Joch, Sport und Leibeserziehung im Dritten Reich. In: HorstUeberhorst (Hg.), Geschichteder Leibesübungen,Bd. 3, Teil 2 (Berlin 1982) 701–742, hier 725f.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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