Seite - 303 - in Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Case Study: „Der Jude soll zahlen.“ 303
Abb.68:Die beiden Stars der Austria Matthias Sindelar und Karl Sesta, 1930er-Jahre
(VGA/Wiberal).
hennebenantisemitischenExzessenundAktender„wildenArisierung“,wobei
gerade die Rolle machtbewusster Spieler, die nach dem „Anschluss“ um ihr
Einkommenfürchteten,wenigRaumfürmythisierteHeldenverehrunglässt. Im
folgendenKapitel soll gezeigtwerden,wieMetaphernundZuschreibungendes
„Jüdischen“, diebereits imWienerFußball der Zwischenkriegszeit präsentwa-
ren,nunzu„manifestenantisemitischenStereotypen“wurden,189diedieHand-
lungenderProfiteuredes„Anschlusses“bestimmten.DieseAktualisierungvon
Jüdischer Differenz betraf v.a. den Aspekt geschäftstüchtiger „Geldgier“, der
jüdischen Funktionären in der gleichgeschalteten NS-Sportszene unterstellt
wurde190 und der nun den tatsächlichen Raubzug der „Ariseure“ legitimieren
sollte.
189 David Forster, Georg Spitaler, „Judenfreier“ Fußballsport in der „Ostmark“. Die Verfol-
gungundErmordung jüdischer Spieler und Funktionäre. In: David Forster, JakobRosenberg,
Georg Spitaler (Hg.), Fußball unterm Hakenkreuz in der „Ostmark“(Göttingen 2014) 48–68,
hier 50.
190 RudolfOswald, „Ein Gift, mit echt jüdischer Geschicklichkeit ins Volk gespritzt“. Natio-
nalsozialistische JudenverfolgungunddasEndedesmitteleuropäischenProfifußballes, 1938–
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Titel
- Sportfunktionäre und jüdische Differenz
- Untertitel
- Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
- Autoren
- Bernhard Hachleitner
- Matthias Marschik
- Georg Spitaler
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Ort
- Berlin
- Datum
- 2019
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-055331-4
- Abmessungen
- 15.5 x 23.0 cm
- Seiten
- 376
- Kategorien
- Geschichte Nach 1918