Web-Books
im Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Geschichte
Nach 1918
Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Seite - 311 -
  • Benutzer
  • Version
    • Vollversion
    • Textversion
  • Sprache
    • Deutsch
    • English - Englisch

Seite - 311 - in Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938

Bild der Seite - 311 -

Bild der Seite - 311 - in Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938

Text der Seite - 311 -

Case Study: „Der Jude soll zahlen.“ 311 undnachdemKriegvonderAustria anEmanuel Schwarz rückerstattet.217Die Spieler hatten 1938 jedoch offenbar andere Pläne für die wertvolle Trophäe. DazuBrunoEckerl, als Zeuge imVerfahren 1954: „DiedamaligenSpieler stan- denauf demStandpunkt, dassdieserGoldpokal nur demFußballklubAustria gehöre und bestürmtenmich, ihn einschmelzen zu lassen, um daraus Ringe für die Spieler zumachen.“218ÄhnlichKarl Sesta: „Ichweiss,dasswirumdiesenGoldpokalmitSchalke04gespieltundeinSpielgewonnen undeinesverlorenhaben.DerPokal solltedannmiteinemdrittenSpiel entschiedenwer- den. Die Spieler waren damit nicht einverstanden und der Pokal sollte eingeschmolzen unddarausRinge für die aktivenSpieler gemachtwerden.“219 WalterNauschhingegengaban: „Mir istnichtbekannt, dassdieaktivenSpie- ler und SA-Leute der ‚Austria‘ auf Ordnung der Angelegenheit Goldpokal be- standenhaben.Es ist jedochmöglich,dassMock,derdamalsaktiverSA-Mann warundseinFreundSesta,HaldenwangaufdieseSacheaufmerksamgemacht haben“.220 In demVerfahrenwird ein durchaus ernüchterndes Bild der Handlungen der auf ihren Vorteil bedachten prominenten Spieler, allen voran Mock und Sesta, gezeichnet.Noch 1954 sollte Sesta imHinblick auf sein Sparbuchange- ben: „DieAustria istmir aus jener Zeit nochheute 5.000,–S schuldig.“221 Zu- mindest im Fall des 1939 verstorbenen Matthias Sindelar, der in den Akten ansonsten nicht erwähnt wird, wird dieser Eindruck durch die Aussage von Emanuel Schwarz gemildert. So schildert Schwarz bereits hier einen – später oft zitierten–Aktder Loyalität Sindelars: „[Haldenwang]verbotz.B.denSpielernderAustria,michvon jetztab […]zugrüssenund ist mir noch mit absoluter Sicherheit in Erinnerung, dass mir dies der berühmte jetzt verstorbeneSindelar erzählteundmitdenWortenbegleitete: ‚stellen sie sichvorderVer- brecher verbietetmirmeinen Chef und Präsidenten zu grüßen, ichwerde Sie aber doch grüßen.“222 Resümierend beschreibt Ligasekretär Ziegler die Tätigkeit des Kommissari- schenVerwalters in dessen kurzerAmtszeit bis zumSommer 1938 alsGeldbe- 217 Zur Biografie des Rechtsanwalts Eckerl, abMai 1938Anwärter bzw. ab 1941Mitglied der NSDAP, vgl.Forster, OpferÖsterreich, 113. 218WStLA,Volksgericht,A1-BgVr-Strafakten:Vg11/55,VerfahrenVG8eVr11/55,Zeugenver- nehmung22.7. 1954. 219 Zeugenvernehmung 16.10. 1954. 220 Zeugenvernehmung2.9. 1954. 221 Zeugenvernehmung 16.10. 1954. 222 Zeugenvernehmung4.6. 1946.
zurück zum  Buch Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938"
Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
Geschichte Nach 1918
Web-Books
Bibliothek
Datenschutz
Impressum
Austria-Forum
Austria-Forum
Web-Books
Sportfunktionäre und jüdische Differenz