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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
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Case Study: „Der Jude soll zahlen.“ 313 vonWilhelm Ehrlich, demLeiter des Sporthaus Pohl, Haldenwang habe sich „nach 1938 oft […] als Nationalsozialist in seinen Reden aufgespielt. […] Ich hielt ihn für einen ziemlichen Narren in jeder Beziehung. Ich kenne ihn von Jugend auf, erwar früherWasserballspieler undhatte fast in jedemWettspiel einen Ausschluss wegen seines undisziplinierten und unbeherrschten Vorge- hens.“226 DerKurzwellenapparat Im Juni 1954 stelltHermannHaldenwangeinenWiederaufnahmeantrag seines Verfahrens.MithilfeneuerZeugenwollte er glaubhaftmachen,dass seinAgie- ren gegen die alte Vereinsführung imMärz 1938 aufgrund von strafrechtlich relevantenVerfehlungender Funktionäre erfolgtwar: „IndenWienerFussballerkreisensprachmanganzoffenund insbesondere imdamaligen Ring-Cafe,dasshiereineMalversationdurchDr.Schwarz inVerbindungmitdemAustria- Kassier Sass durchgeführt wurde. Ich überprüfte nunmehr die Bücher des Vereines und musste feststellen, dass derKassiermit demNamenSass im Jahre 1936 einHeiratsdarle- hen in der Höhe von S4.000,– !! der Vereinskasse mit Zustimmung des Dr. Emanuel Schwarz entnommenhatte. ImselbenZeitpunkt ebenfalls ausderVereinskasse eineFak- tura inderHöhevonS3.800,–fürdenGoldpokalandenJuwelierLukaschbezahltwurde. InVerbindungmitdenGerüchten lagesnunaufderHand,dassohneWissenderübrigen FunktionäreDr.EmanuelSchwarzundderKassierSass sich inunredlicherWeiseVermö- gensvorteile verschafften.“227 ZumStreitobjektwurde im zweitenVerfahren v.a. einmedizinischer Apparat, denSchwarz fürdieBehandlungderSpielerbenötigteunddervonderAustria mitfinanziertwordenwar, soSchwarz: „IchwardamalspraktischerArzt, aberSpezialist fürdieBehandlungvonSportverletzun- genundalssolchereinestadtbekanntePersönlichkeit, ebenso imAusland. In finanzieller Hinsicht habe ich hunderte von Fussballspieler[n] und andere Sportleute aus Vereinen kostenlosbehandelt,mitdengrößerenSportvereinenhatte icheinenPauschalbetragmo- natlich vereinbart oder einzel [sic] pro Fall das Honorar verrechnet, die Austriaspieler wurdenvonmir jahrelangunentgeltlichunddannabca. 1930aufWunschdesVorstandes gegen einPauschale vonS 70,–Spesenbetrag behandelt. 1936wurdemir dannvomVer- einbeiderAnschaffungeinesbesonderenKurzwellenapparatseineBeisteuervonS850,– gegeben, damit die Spieler damit behandeltwerdenkönnen.“228 226 Zeugenvernehmung4.6. 1946. 227WStLA,Volksgericht,A1-BgVr-Strafakten:Vg11/55,VerfahrenVG8eVr11/55,Wiederauf- nahmeantrag 12.6.​ 1954. 228 Zeugenvernehmung4.6. 1946.
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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