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Sportfunktionäre und jüdische Differenz - Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Seite - 326 -
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326 11 Resümee religiösen Sinn als Jude, im nationalen als Deutscher und im politischen als Sozialdemokrat verstand. An ihm zeigt sich auch das diffizile und bisweilen widersprüchlicheVerhältnis vonSport undPolitik im„RotenWien“: InBrich- tasZeitalsAdmira-PräsidentwarderVereinMitglieddessozialdemokratischen VAS, spätergaltderVereinalsderbürgerlichederbeidengroßenFloridsdorfer Fußballklubs. BeialldiesenFunktionärInnenhatSporteinegewisseRolle in ihremLeben gespielt – Ausmaß und Form waren individuell höchst unterschiedlich: Es konnte ein Element politischer Betätigung sein – oder zumindest damit eng verknüpft,vorallembeiVereinen,derenAnspruchüberdasSportlichehinaus- ging,primärbeiArbeitersportvereinenoderzionistischenKlubs.DieseBeispie- lezeigenauch:Sportfunktionärewaren imWienderZwischenkriegszeitöffent- licheFiguren.Das erweist sich imHinblick auf Fragen jüdischer Identität und von jüdischerDifferenz deshalb als besonders bedeutsam,weil zumindest für diese Jahre nachweisbar ist, dass Sportfunktionäre in einemFeld tätigwaren, das für breite Schichten der Gesellschaft wichtig wurde. Zum einen wurden dieErgebnisse vonVorstandswahlenzumindest inderSportpresse regelmäßig kommentiert, zumanderenwurdedenFunktionäreneinewichtigeRolle inder Gestaltungdes Sportlebens zugeschrieben, vonderVerantwortung für denEr- folgeinesTeamsbishinzuethischenundmoralischenAufgaben.Schondaher kommtihrenSelbstdarstellungenwiedenexternenZuschreibungeneinekultu- relleBedeutungzu,dieweit überdasSportfeldhinausging.Gleichzeitigbilde- ten die populären Diskurse des Sports die Basis für prägende (Selbst-)Bilder desWienerischen,anderenProduktion,wieerwähnt,die jüdischenFunktionä- reund Journalisten zentral beteiligtwaren. Die Tätigkeit vonSportfunktionärInnen erwies sich jedochkeineswegs als per se gesellschaftlich offenes Feld: Trotz mancher Ausnahmen kann diese Gruppe als relativ homogenbezeichnetwerdenund standde facto nur einem relativbeschränktenSegmentderGesellschaftoffen. InderZwischenkriegszeit war die Funktion des Sportfunktionärs weitgehendmit Männlichkeit, mittle- remAlter undMittelstandverbunden.Das galt gewiss nicht nurdeshalb,weil nur dieseMänner die nötige Zeit, Status und finanziellenHintergrundhatten, um sie auszuführen. DieHomogenität war auchResultat der Verbindung von modernem Sport und genereller Modernität. Der urbane Sportfunktionär war mit internationalistischenSportideenund-praktikenverbunden.Diesgiltauch fürdenArbeitersport unddie Zionisten.Hier zeigte sich jedenfalls einedeutli- cheDifferenz zum „deutschen“ Turnen, zumSport in der „Provinz“ sowie zu rural geprägten Sportarten wie Alpinismus oder Skilauf, in denen nicht nur Arierparagrafen installiert, sondern oft auch nationalistische Sportkonzepte propagiert undumgesetztwurden.Dasbedeutete indenWettkampfsportarten
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Sportfunktionäre und jüdische Differenz Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Titel
Sportfunktionäre und jüdische Differenz
Untertitel
Zwischen Anerkennung und Antisemitismus – Wien 1918 bis 1938
Autoren
Bernhard Hachleitner
Matthias Marschik
Georg Spitaler
Verlag
De Gruyter Open Ltd
Ort
Berlin
Datum
2019
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY 4.0
ISBN
978-3-11-055331-4
Abmessungen
15.5 x 23.0 cm
Seiten
376
Kategorien
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