Seite - 230 - in Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Bild der Seite - 230 -
Text der Seite - 230 -
230 Hemma Mayrhofer
• Dabei dürfen die JugendarbeiterInnen allerdings nicht die Vertrau-
ensbasis zu den Jugendlichen gefährden und ihre Haltung einer kri-
tischen Parteilichkeit für diese ablegen. Sollte dies mit der Kon-
fliktvermittlung im Widerspruch stehen, dann braucht es andere
Personen in der Vermittlungsrolle. Relativ schwierig kann sich eine
derartige Vermittlungstätigkeit auch im Falle von Erstkontakten ge-
stalten, wenn die JugendarbeiterInnen noch nicht auf eine ausrei-
chende Beziehungsbasis zu den Jugendlichen aufbauen können.
Der geschilderte Vorfall verstärkte die ohnehin schon tendenziell vorhandene
Spannung zwischen manchen KirchengeherInnen und der Einrichtung mobi-
ler Jugendarbeit. Er hätte im konkreten Fall auch weiterreichende Folgen
haben können (zumindest wurde das auf Seiten der JugendarbeiterInnen
befürchtet), da eine der Frauen zugleich Gemeinderatsmitglied und die be-
treffende Gemeinde eine Fördergeberin der Einrichtung war. Die Angelegen-
heit wurde von allen drei befragten GemeindevertreterInnen thematisiert, sie
dürfte auf kommunalpolitischer Ebene mehrfach diskutiert worden sein.
Damit hatte sich die heiße Zone des Konfliktgeschehens vom Spielplatz-
Kirchengelände weg hin auf die kommunalpolitische Bühne verlagert, die
zentralen KonfliktakteurInnen waren nun die JugendarbeiterInnen und Ge-
meindevertreterInnen. Es bedurfte in der Folge eines längeren Diskussions-
und Klärungsprozesses, um wieder zu einem für beide Seiten akzeptablen
Arbeitsübereinkommen zu finden, wie nachfolgend dargestellt wird.
Konfliktlinie 2: Gemeindevertretung – GOOSTAV
Die Spannungen zwischen den Jugendlichen einerseits und Kirchenmitglie-
dern bzw. der Gemeinde und ihrem Security-Dienst andererseits beruhigten
sich – wie oben geschildert – im Herbst 2014. Die Hauptkonfliktlinie verlief
nun zwischen der Gemeinde und der Einrichtung mobiler Jugendarbeit. In
den Beobachtungen wurde diese konflikthafte Situation vor allem in Gesprä-
chen zwischen den JugendarbeiterInnen und dem Beobachter manifest. Wäh-
rend der Fahrt zum Einsatzort oder beim Warten auf Jugendliche kam es
wiederholt zu Erzählungen über die unsichere Vertragssituation, die Span-
nungen zur Gemeinde und die eigenen Befürchtungen bezüglich einer bevor-
stehenden Beendigung des Outreach-Angebotes. Zudem waren die Entwick-
lungen in den Interviews mit den GemeindevertreterInnen zentrales Thema.
In der Analyse wurden auch zwei Zeitungsartikel in regionalen Blättern, von
denen das Thema aufgegriffen worden war, einbezogen.
Die Entwicklung der Konflikteskalation zwischen der Einrichtung mobi-
ler Jugendarbeit und der beauftragenden Gemeinde lässt sich wie folgt zu-
sammenfassen: Vorangegangen war Anfang 2014 ein personeller Wechsel
zurück zum
Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften