Seite - 235 - in Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Bild der Seite - 235 -
Text der Seite - 235 -
Fallstudie zu Outreach-Angebot im ländlichen Raum 235
11.4 Zusammenfassung der rekonstruierbaren Wirkweisen und
Wirkungszusammenhänge
Die sozialräumliche Fallstudie zum Jugendspielplatz im ländlichen Niederös-
terreich zeigt in mehrfacher Hinsicht wirkungsrelevante Aspekte auf, die
abschließend nochmals zusammengefasst werden.
Da mobile Jugendarbeit keine stabilen Zugangsstrukturen (etwa in Form
von Zuweisungen durch andere Stellen) zu den Jugendlichen hat, sondern im
Gegenteil zu einer unsicher erreichbaren und 'flüchtigen' Zielgruppe mit
zunächst ungewissem Interesse an dem Kontaktangebot in Beziehung treten
will, gibt das Ausmaß, in dem dies gelingt, bereits Hinweise auf den Erfolg
des Angebots. Die empirischen Ergebnisse zeigen hier ein heterogenes Bild:
• Sie ließen zunächst erkennen, dass aufsuchendes Arbeiten im ländlichen
Raum vor spezifischen Herausforderungen in Bezug auf die Erreichbar-
keit der Zielgruppen steht: Die Einsatzorte liegen zum Teil weiter vonei-
nander entfernt, es handelt sich oft um kleinere Ortschaften mit grund-
sätzlich geringer Bevölkerungsdichte. Befindet sich wie im Falle des Ju-
gendspielplatzes keine fixe Anlaufstelle der mobilen Jugendarbeit in der
Nähe, dann ist die Erreichbarkeit besonders von der Witterung abhängig.
So ließen sich beim zweiten beobachteten Outreach an einem kalten und
regnerischen Tag keine Jugendlichen am Platz blicken. Der Bus, in den
man sich grundsätzlich zurückziehen könnte, kann hier auch nur be-
grenzt Abhilfe schaffen, da er vermutlich vorrangig Jugendliche mit ei-
nem engen Kontaktbedürfnis anspricht, nicht aber solche, die lediglich
an einem losen Kontakt interessiert sind. Die an sich für eine sichere Er-
reichbarkeit nützlichen fixen Outreach-Zeiten erweisen sich hier pha-
senweise als nachteilig.
• Die realisierten Kontakte gestalten sich sehr unterschiedlich: Manche
erweisen sich als (noch) sehr flüchtig, die Beziehungen sind fragil und
ihre Beständigkeit ist ungewiss. Ob dies ausreicht, damit im Bedarfsfall
– also etwa bei persönlichen Problemen – die Unterstützung durch die
JugendarbeiterInnen gesucht werden würde, kann auf Basis der sozial-
räumlichen Fallstudie nicht beantwortet werden. Andere Kontakte hin-
gegen wirken gefestigter und erwecken den Eindruck, als würden sie auf
eine längere Bekanntschaft aufbauen. So suchten beispielsweise beim
letzten beobachteten Outreach (BP6) mehrere jugendliche Burschen un-
terschiedlichen Alters aktiv den Kontakt zu den JugendarbeiterInnen,
plauderten mit ihnen und holten sich den Ball zum Spielen. Manchmal
kommen Jugendliche auch gezielt für einen Kontakt mit den Jugendar-
beiterInnen (vgl. BP3 und BP6) vorbei.
• Insgesamt zeigte sich in der sozialräumlichen Fallstudie somit eine
grundsätzlich gute Kontakt- und Beziehungsbasis, auch wenn es der rea-
lisierte methodische Zugang nicht erlaubt, die Nachhaltigkeit dieser Be-
zurück zum
Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften