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236 Hemma Mayrhofer
ziehungsgrundlage für über den Kontakt hinaus gehende Interventionen
und Wirkungen zu erfassen – hier ist u.a. auf die Ergebnisse der Frage-
bogenerhebung zu verweisen (vgl. Kap. 5). Allerdings könnte eine teil-
weise Flexibilisierung der Outreach-Zeiten, verbunden mit aktuellen In-
formationen über zielgruppengerechte Neue Medien für eine bessere Er-
reichbarkeit bzw. höhere Kontakteffektivität des Angebots sorgen. Gene-
rell ist eine regelmäßige Reflexion im Team darüber empfehlenswert,
inwieweit eine gegebenenfalls geringe Erreichbarkeit von Jugendlichen
als übliche Nachfrageschwankung abgetan werden kann oder u.U. Aus-
druck einer zu geringen bzw. nachlassenden Anschlussfähigkeit des An-
gebots an die Zielgruppe sein könnte.
Während des Beobachtungszeitraums der empirischen Fallstudie wurde im
Rahmen des konkreten Outreach-Angebots kein größeres bzw. spezielleres
Freizeitevent wie ein Fußballturnier, ein Grillfest o.ä. durchgeführt. Auch an
speziellen Angeboten wie Klettergarten-Ausflug oder Rapworkshop (diese
beziehen sich nicht nur auf die Jugendlichen eines Ortes) konnte der Be-
obachter nicht direkt teilnehmen. Allerdings wurde in den Gesprächen zwi-
schen Jugendlichen und JugendarbeiterInnen wiederholt sowohl auf vergan-
gene als auch künftige derartige Events Bezug genommen. Auch in manchen
Stakeholder-Interviews wurden sie thematisiert. Zwei wirkungsbezogene
Aspekte können hier zusammengefasst werden:
• Die wahrgenommenen Gespräche mit den Jugendlichen deuten an, dass
Events wie das Fußballturnier oder ein Grillfest am Platz von den Ju-
gendlichen gut angenommen werden und eine attraktive Ergänzung der
Freizeitmöglichkeiten vor Ort darstellen. Sie bieten den Jugendarbeite-
rInnen zudem die Möglichkeit, neue Jugendliche kennenzulernen. Die
gemeinsam mit den Jugendlichen bemalte Pergola lässt sich als Aus-
druck der aktiven Raumaneignung durch diese deuten, der Unterstand
wird auch erkennbar gerne von den Jugendlichen genutzt und einige Ju-
gendliche überlegten seine Renovierung.
• Bezogen auf spezielle Freizeitangebote wie den erwähnten Rapworkshop
etc. weist die Fallstudie keine hinreichende Datenbasis auf, um Akzep-
tanz- und Wirkungsschlussfolgerungen abzuleiten. Bemerkenswert er-
scheinen aber Diskussionen, die hierzu unter den JugendarbeiterInnen
und zwischen diesen und GemeindevertreterInnen im Gange waren. Es
ging dabei um die Frage, inwieweit eine geringe Nutzung dieser Ange-
bote als Ausdruck mangelnden Erfolgs der Jugendarbeit zu werten sei
oder nicht. Auf Basis der umfangreichen Gesamteinblicke in die Arbeits-
und Wirkweisen mobiler Jugendarbeit erscheint eine Position zwischen
den beiden Polen „jeder Einzelfall zählt und ist ein Erfolg“ und „es
braucht eine ausreichende quantitative Nutzung durch Jugendliche, damit
solch ein Angebot auch als Erfolg gewertet werden kann“, förderlich.
Denn zum einen impliziert solch niederschwelliges Arbeiten mit seinem
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Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften