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Fallstudie zu Outreach-Angebot im ländlichen Raum 237
hohen Ausmaß an Unverbindlichkeit für die jugendliche Zielgruppe be-
achtliche Unplanbarkeit auf Seiten der JugendarbeiterInnen, diese durch
mehr Verbindlichkeit zu verringern hätte Höherschwelligkeit zur Folge.
Und damit gehen beachtliche Unwägbarkeiten für den Leistungsnach-
weis gegenüber FördergeberInnen einher, die aber dieser Arbeitsweise
immanent sind und nur situativ-flexibel bearbeitet werden können. Zum
anderen stellt die Quantität der Nachfrage selbstverständlich sehr wohl
einen Erfolgshinweis dar, da darin das Ausmaß des Interesses der Ju-
gendlichen am jeweiligen Angebot zum Ausdruck kommen kann. Es
sollte aber nicht der dominierende Indikator sein, sondern ein gleichwer-
tiger neben anderen, stärker qualitativ beschaffenen Indikatoren, da an-
sonsten ein Drift Richtung Höherschwelligkeit zu erwarten wäre. Bei ge-
ringer Nutzung solcher Angebote wäre demnach kritisch zu reflektieren,
worin die Gründe hierfür liegen und inwieweit die gesetzten Angebote
ausreichend relevant bzw. interessant für die Jugendlichen sind, gegebe-
nenfalls verbunden mit der Frage danach, welche Angebote eine größere
Anschlussfähigkeit bieten könnten. Zudem ist mobile Jugendarbeit gut
beraten, sich aktiv um ein ausreichendes Verständnis für die spezielle
Qualität ihrer Arbeitsweise und den damit verbundenen Vorteilen und
Chancen auf Seiten der AuftraggeberInnen zu bemühen, um Transpa-
renzerfordernissen gerecht zu werden und die Schwierigkeiten des Er-
folgsnachweises abzufedern.
Anhand von Einzelbeispielen ließ sich in der sozialräumlichen Fallstudie
zum Outreach-Angebot am Jugendspielplatz erkennen, dass die Jugendarbei-
terInnen als Vertrauenspersonen und BeraterInnen akzeptiert werden. An
einem einzelnen Ereignis wurde auch exemplarisch erfahrbar, dass die Wei-
tervermittlung zu spezialisierten Hilfen eine neuralgische Schwelle darstellt,
da hier das auf persönlicher Ebene aufgebaute Vertrauen nicht direkt in die
zu vermittelnde Einrichtung mitgenommen werden kann. Wie häufig sich die
meist losen Kontakte in Richtung sozialarbeiterische Einzelfallarbeit weiter-
entwickeln und welche Wirkungen damit erzielt werden können bzw. wie
häufig auch die Weitervermittlung zu anderen Unterstützungsangeboten
gelingt, lässt sich mit den in den Beobachtungen gewonnenen empirischen
Eindrücken nicht beantworten. Hierzu braucht es andere forschungsmethodi-
sche Ansätze wie standardisierte Erhebungen (vgl. Kap. 4 und 5) und narra-
tiv-lebensgeschichtliche Fallstudien zu ehemaligen NutzerInnen (vgl. Kap. 6-
8).
In den Begegnungen mit den Jugendlichen zeigte sich wiederholt der
Umgang mit sozialen Normen als relevant, seien es gesellschaftlich aner-
kannte Normen im Kontext von gesetzlichen Regelungen oder auch sozial
infrage gestellte Differenzordnungen wie traditionelle Geschlechterrollen
oder auch 'nur' soziale Erwartungen an respektvolles Verhalten den Mitmen-
schen gegenüber. JugendarbeiterInnen kann hier grundsätzlich eine normen-
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Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften