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Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
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238 Hemma Mayrhofer verdeutlichende Rolle – sei es nun bestätigend oder infragestellend – zu- kommen. Solch eine Rolle nahmen die JugendarbeiterInnen in den beobach- teten Interaktionen am Jugendspielplatz nur äußerst dezent ein, indem sie etwa unverbindlich Informationsmaterial über gesetzliche Regelungen rund um Mopeds und darauf bezogene Straßenverkehrsordnungen an die Jugendli- chen überreichten, ohne die Regelwerke selbst zu erläutern. Bezogen auf genderspezifische Differenzordnungen, die auch in den Jugendcliquen repro- duziert werden, waren die JugendarbeiterInnen vorrangig als nicht-normative Resonanzfläche männlicher Identitätsinszenierungen wahrnehmbar. Impulse, die traditionelle Genderstereotype irritieren hätten können oder sollen, wur- den jedenfalls bei den begleiteten Outreaches nicht wahrgenommen. Inwie- weit die großteils geschlechtshomogene Teamzusammensetzung bei diesen Outreach-Terminen Ergebnis einer reflektierten Praxis ist oder nicht, wurde in der Fallstudie nicht sichtbar. Insgesamt zeigt sich eine sehr zurückhaltende Rollenauslegung der JugendarbeiterInnen in Interaktionen, die als Anlass für Normen irritierende oder auch verdeutlichende Interventionen genutzt wer- den könnten. Solch eine Zurückhaltung könnte teilweise noch nicht ausrei- chend stabilen Vertrauensbeziehungen zu den Jugendlichen geschuldet sein. Dennoch erscheint es empfehlenswert, regelmäßig und systematisch zu re- flektieren, inwieweit man sich nicht manchmal auch durch eine zu vorsichti- ge Rolleninterpretation gewinnbringende Interventionschancen vergibt – und möglicherweise mitunter sogar einen profillosen und in der Folge langweili- gen Eindruck bei den Jugendlichen riskiert. Es bleibt zu betonen, dass über solche tendenziell beziehungsriskanten Interventionen fallspezifisch-situativ entschieden werden muss. Diese Entscheidungen sollten gelegentlich im Nachhinein im Team oder in der Supervision, in der auch eine externe Per- spektive auf die professionelle Intervention nutzbar gemacht werden kann, reflektiert werden. An der sozialräumlichen Fallstudie zum Jugendspielplatz lässt sich er- kennen, dass die Frage nach Wirkungszielen mobiler Jugendarbeit und nach Kriterien, an denen sich der Erfolg dieser Arbeit festmachen lässt, manchmal zum Gegenstand komplexer Aushandlungsprozesse zwischen unterschiedli- chen AkteurInnen auf kommunalpolitischer Ebene werden kann. Im gegen- ständlichen Fall führte dies nach einer grundlegenden Krise des Angebots schrittweise zu einer neuen Stabilisierung und Anerkennung der Leistungen mobiler Jugendarbeit. Folgende Erkenntnisse zum vermittelnden Wirken mobiler Jugendarbeit sollen nochmals festgehalten werden: • Die JugendarbeiterInnen engagierten sich wiederholt als Sprachrohr für die Wünsche und Bedürfnisse der Jugendlichen gegenüber den Gemein- devertreterInnen, wobei es inhaltlich zumeist um eine bessere materielle Ausstattung des Jugendspielplatzes ging. Die bei den Beobachtungen gewonnenen Eindrücke lassen darauf schließen, dass sie in dieser Rolle von den Jugendlichen überwiegend gut akzeptiert werden. Sie konnten
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Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Titel
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Untertitel
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Autor
Hemma Mayrhofer
Verlag
Verlag Barbara Budrich
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-8474-1130-7
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
378
Schlagwörter
Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
Kategorie
Geisteswissenschaften
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