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Sozialräumliche Fallstudie zu Wagram Rulez 243
dass das zunächst signalisierte Engagement wieder zurückgenommen wird.
Die Stadträtin führt dazu aus:
„Die Jugendlichen sehen, dass man gewisse Bereitschaft haben muss Verantwortung
zu übernehmen. (…) Es gibt Ideen und die Streetworker begleiten das in einem sehr of-
fenen Prozess, so wie es ihre Art ist zu arbeiten, es wird niemand gezwungen etwas zu
tun oder auch gedrängt, das soll von innen heraus kommen, da ergeben sich manchmal
auch Schwierigkeiten. (...) Wir wollen als Gemeinde nicht sämtliche Verantwortlich-
keiten übernehmen. Das könnten wir tun, aber dann ist es nicht mehr das Fest der Ju-
gend, der jungen Leute. Wir wollen diesen anderen Weg gehen und hier sind auch die
Streetworker ganz auf unserer Linie, die sagen, schauen wir, was aus den Jugendlichen
herauszuholen ist.“ (SR3_IP3)
Dem Fest 2014 ging eine Vorbereitungszeit von etwa sechs Monaten voraus.
GOOSTAVs Rolle als Gastgeber der regelmäßigen Vorbereitungstreffen
stärkt die Position der Einrichtung als Veranstalter, zugleich ist es für die
jugendlichen TeilnehmerInnen ein niederschwelligerer Raum als etwa das
Gemeindeamt.
Als die Beobachterin beim ersten Vorbereitungstermin eintraf, war eine
Mitarbeiterin von GOOSTAV damit beschäftigt, die Sitzung vorzubereiten.
Da sonst niemand erschien, realisierte die Mitarbeiterin, dass sie der Be-
obachterin offenbar einen falschen Termin genannt hatte. Dennoch wurde
etwas zur Planung des Events beigetragen, da beschlossen wurde, dass es bei
dem Event einen professionellen Tontechniker geben sollte, der eine/n Ju-
gendliche/n anleitet. Dadurch könne gewährleistet werden, dass essenzielle
Aufgaben am Fest, für die es ein entsprechendes Knowhow braucht, verläss-
lich funktionieren, zugleich wird Jugendlichen eine Möglichkeit geboten,
sich zu engagieren und nebenbei noch Kompetenzen anzueignen.
Die restliche Zeit wurde von der Mitarbeiterin genutzt, der Beobachterin
allgemeine Infos zu der geplanten Veranstaltung zu geben: Normalerweise
seien 8-15 Jugendliche, die Vizebürgermeisterin, der Jugendgemeinderat und
die Sekretärin bei den Vorbesprechungen anwesend. Sie, die Mitarbeiterin sei
für die Moderation der Vorbereitungstreffen zuständig. GOOSTAV habe ein
gutes Einvernehmen mit der politischen Ebene und fungiere als Filter zwi-
schen den Jugendlichen und dem Bürgermeister, so die Jugendarbeiterin.
Damit wird vermittelt, dass die Gemeinde Jugendliche ernst nimmt, sich für
diese einsetzt, Geld investiert und an den Vorbereitungen für ein Fest partizi-
piert. Es wird darüber hinaus eine gute Zusammenarbeit, ein gutes Verhältnis
zwischen Gemeinde und mobiler Jugendarbeit beschrieben.
Eine Woche nach diesem Termin fand das zweite beobachtete Vorberei-
tungstreffen statt. Zu Beginn der anberaumten Zeit waren zwei Jugendarbei-
terInnen und die Beobachterin anwesend. Kurz danach traf die Gemeindesek-
retärin ein und informierte darüber, dass die Vizebürgermeisterin und der
Jugendgemeinderat nicht kommen würden. Die Zeit bis zum Eintreffen der
ersten Jugendlichen wurde dafür genutzt, der Beobachterin Hintergrundin-
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Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften