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252 Judith Haberhauer, Florian Neuburg, Andrea Werdenigg
ist und es gut erreichbar ist. Man zeigt, dass man für Jugendliche was machen möchte
oder Jugendliche auch mit einbeziehen möchte.“ (SR3_IP5)
Manchmal entwickelt sich aus einer passiven Teilnahme am Event auch Inte-
resse für eine spätere aktive Beteiligung, wie folgende zwei Interviewpassa-
gen zum Ausdruck bringen:
„Voriges Jahr haben wir die Plakate gelesen und nachgefragt und nachgehakt und heu-
er bin ich fix dabei. Schon seit vorigem Jahr hab ich überlegt, wie ich das machen
könnte.“ (SR3_IP12)
„Meine Freundin hat mir davon erzählt und hat gefragt, ob ich auch mitmachen möch-
te. Dann haben wir den Tanz geprobt und mitgemacht. Für mich war das schon ein
bisschen eine Überwindung, alleine zu tanzen, ja, also den Mut zu haben.“ (SR3_IP16)
Das Fest und die mobile Jugendarbeit aus Sicht der Politik
Von den GemeindevertreterInnen wird als wichtig beschrieben, dass es ein
erfolgreiches Fest wird. Als ein Indikator dafür wird die BesucherInnenzahl
betrachtet. Über den gesamten Festverlauf ist es schwierig einzuschätzen, wie
viele Leute da sind; die Stadträtin meinte im Interview, dass sie sich in Anbe-
tracht des Wetters ca. 100 BesucherInnen erwarte (SR3_IP3). Der Bürger-
meister merkte bei seinem zweiten Besuch, als das Fest schon begonnen
hatte, an, dass noch sehr wenige Leute anwesend seien. Der Jugendgemeinde-
rat fand, dass man mehr Werbung über Soziale Medien machen hätte sollen
(SR3_IP5). Aus diesen Aussagen ist zu schließen, dass aus Sicht der Ge-
meindevertreterInnen zu wenige BesucherInnen anwesend waren. Auch
GOOSTAV äußert eine gewisse Unzufriedenheit mit der BesucherInnenzahl,
jedenfalls wird angemerkt, dass es im Vergleich zum letzten Jahr weniger
seien. Die Erklärung eines Jugendarbeiters dafür ist eine gleichzeitig stattfin-
dende Veranstaltung in Deutsch Wagram, damit wird die Ursache für die
geringere TeilnehmerInnenzahl nicht im Fest selbst gesehen. Um 17.15h, also
beim offiziellen Beginn des Festes wurden bei der Beobachtung rund 20
Jugendliche und 15 Erwachsene auf dem Festgelände gezählt; um 18.30
waren rund 40 Jugendliche und 30 Erwachsene auf dem Fest, in den Abend-
stunden mit Bühnenprogramm wurden etwa 100 BesucherInnen ausgemacht
und bei einer Zählung gegen 20:30h waren ungefähr 120 Personen am Ge-
lände anwesend. Legt man die von der Stadträtin im Gespräch geäußerte
Erwartung als Erfolgskriterium an, dann ist das Fest auch hinsichtlich der
Anzahl an BesucherInnen eindeutig als Erfolg zu werten – jedenfalls am
Abend. Insgesamt überraschte die eher kritische Perspektive der Gemeinde-
vertreterInnen auf die BesucherInnenzahlen in der Analyse etwas, da aus
externer Sicht 120 FestbesucherInnen durchaus bemerkenswert erscheinen.
Es ist zu hoffen, dass die KommunalpolitikerInnen lange genug am Fest
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Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften