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Sozialräumliche Fallstudie zu Wagram Rulez 255
hinaus regeln sie den Ablauf z.B. beim Soundcheck und schauen, dass jede/r
Jugendliche dran kommt. Ohne GOOSTAV würde laut einem Gemeindever-
treter das Fest „de facto“ nicht funktionieren:
„Sicher ist es auch von der Gemeinde aus organisiert, aber die treibende Kraft dahinter
ist prinzipiell schon GOOSTAV, das war schon so ihre Überlegung von Jugendlichen
für Jugendliche. Wenn die sich das Programm mit den Jugendlichen nicht überlegen
würden, würde es sowas wie es jetzt ist nicht geben.“ (SR3_IP5)
Das Fest wird von GOOSTAV auch als Möglichkeit genutzt, Informations-
material zu verschiedenen Themen bzw. möglichen Problembereichen, die
Jugendliche betreffen könnten, aufzulegen. Neben einem GOOSTAV-Flyer
waren etwa Informationsfolder zu Lehrberufen, Rauschmitteln (CheckIT),
psychischen Problemen (WienXtra) oder zum Mädchentelefon, weiters
Rechtsinformationen für Jugendliche (Straßenanwältin) und andere Materia-
lien für die Jugendlichen zur freien Entnahme verfügbar. Das Fest hat auch
ein gewisses pädagogisches Potential, wobei die Impulse dezent gesetzt wer-
den. Ein Beispiel dafür ist das „Sackerl“, das bei GOOSTAV zu bekommen
ist: Es soll zu einem maßvollen Umgang mit Alkohol anregen, aufklären und
diverse Hilfestellungen leisten, sollte doch zu viel konsumiert worden sein.
Eine Reihe an Verhaltenshinweisen für den Umgang mit Alkohol sind dem
Aufdruck zu entnehmen, die darin verpackten Lebensmittel und sonstigen
nützlichen Utensilien (Müsliriegel, Apfelsaft, Erdnüsse, Kaugummis, Erfri-
schungstücher sowie zwei Kondome und Kräutertee) sind außen aufgelistet.
Die Grundbotschaft des Sackerls: „Speib di ned an! – sei g’scheit und über-
treib’s ned!“ passt zur Jugendarbeit mit ihrem Prinzip der Freiwilligkeit,
guten Tipps und Ratschlägen bzw. Hilfe statt Verboten.
Welche Rolle die mobile Jugendarbeit in der Gemeinde wahrnimmt,
wieweit die Angebote bekannt sind und was GOOSTAV der Gemeinde un-
abhängig vom Fest an Nutzen bringt, waren Fragen im Rahmen der Inter-
views mit BesucherInnen des Festes. Die Antworten fielen durchwegs positiv
aus, insbesondere eine Gemeindevertreterin ging auf diese Fragestellung
detailliert ein:
„Die Kooperation zwischen Gemeinde und GOOSTAV ist eine sehr gute, wir haben
ein sehr, sehr gutes Verhältnis. (…) Es ist für uns, für unsere Stadt insgesamt ein gro-
ßer Vorteil. Wir sehen, es sind im öffentlichen Raum sehr wenige Probleme, weil auf
den verschiedenen Spiel- und Sportplätzen, wo sich die Jugendlichen versammeln,
schauen sie immer wieder vorbei, reden mit den jungen Leuten, schauen was für Be-
dürfnisse da sind, was für Probleme.“ (SR3_IP3)
Wieweit ein Zusammenhang zwischen einem Rückgang der Beschwerden
und der Arbeit der mobilen Jugendarbeit gesehen wird, wurde von ihr fol-
gendermaßen beantwortet:
„Ich glaub dass das schon eine wichtige Sache ist, weil im Vorfeld dann manches
schon bearbeitet wird (lacht) und daher gar nicht in der Dimension entsteht. (…) Wenn
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Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften