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256 Judith Haberhauer, Florian Neuburg, Andrea Werdenigg
man als Erwachsener nicht die richtigen Worte findet, kann das unter Umständen in ein
Problem ausarten. Da ist es schon die Professionalität im Umgang mit solchen Situati-
onen, mit den jungen Leuten, (…) die haben enorm Geduld. Die sind so geschult, dass
sie Zeit haben und warten, was sich ergibt. (...) Ich glaub, dass das ein Vorteil ist für
unsere Stadt, dass sie mit dabei sind, dass sie eine Anlaufstelle haben, wo die jungen
Leute hingehen können, wenn sie Sorgen haben, die sie mit den Eltern nicht ausspre-
chen können, weil da einfach der Kahn schon zu verfahren ist.“ (SR3_IP3)
Bei den befragten Eltern ist das Wissen um GOOSTAV nicht so ausgeprägt
wie bei den interviewten VertreterInnen der Politik. Es ist ihnen weitgehend
bewusst, dass das Fest von der mobilen Jugendarbeit, also von Streetworke-
rInnen aus Deutsch Wagram organisiert wird, obwohl die Einrichtung teil-
weise nur „vom Vorbeigehen“ bekannt ist:
„Ich kenne die Einrichtung, aber nur vom Hörensagen. Es werden die sein, die die
Workshops organisieren und die Jugend ein bissl einladen will, sich vertiefend da hin-
ein zu arbeiten, so in der Richtung, würd ich mir vorstellen.“ (SR3_IP6)
Es gibt auch BesucherInnen, die offenbar nur wenige oder keine Information
über mobile Jugendarbeit bzw. die Einrichtung GOOSTAV hatten. Von Sei-
ten der interviewten Eltern wurde teilweise auch kritisiert, dass die Kinder zu
wenig wissen, was von GOOSTAV angeboten wird.
In den Interviews wurde mehrfach eine Örtlichkeit in Deutsch Wagram
angesprochen, die als Treffpunkt für Jugendliche fungiert und rund um die es
aufgrund von Lärmbelästigung bzw. Müllresten immer wieder zu Konflikten
mit AnrainerInnen kam. GOOSTAV scheint hier einbezogen worden zu sein,
im Rahmen der Fallstudie war es allerdings nicht möglich, Aussagen über die
damit allfällig erzielten Wirkungen zu treffen. Eine erwachsene Begleitper-
son schildert:
„Die waren glaub ich schon da, die Polizei ist glaub ich zu denen und haben sie invol-
viert, dass sie mit den Jugendlichen reden, aber was da rausgekommen ist, das weiß ich
nicht genau, ich weiß schon, dass die eine Hilfe sind für die Polizei. Das haben sie er-
zählt, ja, das hab ich schon mitgekriegt, aber was die genau da machen, ob sie sie ins
Gebet nehmen oder was, das werden sie wahrscheinlich tun.“ (SR3_IP10)
Auf die Frage an die jugendlichen BesucherInnen, ob sie in solchen Konflik-
tangelegenheiten GOOSTAV kontaktieren, wird zwar bestätigt, dass es das
Angebot der Unterstützung gegeben habe, aber mangels aktueller Notwen-
digkeit sei es bis dato noch nicht genutzt worden (SR3_IP16). Die Jugendli-
chen beziehen sich bei ihren Antworten ansonsten eher auf ganz konkrete
Angebote von GOOSTAV, die es auch außerhalb des Festes gibt, etwa Graf-
fity-Workshops (SR3_IP11), Besuche im Klettergarten, (SR3_IP12), Keks-
verkauf am Christkindlmarkt und gemeinsame Praterbesuche, Informations-
veranstaltungen in den Schulen und das Beratungsangebot, wenn Fragen
jeder Art auftauchen:
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Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften