Seite - 259 - in Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Bild der Seite - 259 -
Text der Seite - 259 -
Sozialräumliche Fallstudie zu Wagram Rulez 259
manche der Workshops nicht gut besucht wurden und man darüber nachden-
ken solle, woran das liegen könnte. Über die Frage, ob kurzfristige Absagen
verständlich und tolerierbar seien oder Zusagen auch eingehalten werden
müssen, kam es zu einer kurzen Diskussion.
Ergebnisse aus Workshop mit dem Verein TENDER
Auch bei der Auswertung der Erhebungsdaten im Forschungsteam wurde
dieser Aspekt mehrfach zum Thema. Deshalb wurde entschieden, die
Thematik in Form einer Fallvignette im Workshop mit dem Team vom
Verein Tender nochmals an die JugendarbeiterInnen zurückzuspielen. Im
Zentrum standen folgende beiden Fragen:
(1) Wie kann man Absagen entgegenwirken bzw. die Wahrscheinlich-
keit erhöhen, dass die Jugendlichen auch „durchhalten“? Welches
Erwartungsniveau stellt dabei die bestmögliche Gratwanderung
dar, um sowohl die niederschwellige Arbeitsweise zu gewährleisten
als auch von den Jugendlichen in fördernder Weise Leistung zu er-
warten (= ihnen damit auch etwas zuzutrauen) und Verantwor-
tungsübernahme zu begünstigen?
(2) Wie kann mit tatsächlichen Absagen am besten umgegangen wer-
den? Wie kann vor allem mit den absagenden Jugendlichen in einer
Weise umgegangen werden, die sie nicht (weiter) entmutigt, zu-
gleich aber auch ihre Bereitschaft fördert, Verantwortung zu über-
nehmen und auch „durchzuhalten“?
Die Diskussion brachte folgende Ergebnisse:
• Grundsätzlich wird den Jugendlichen kommuniziert, dass das Fest
nur durch ihre aktive Mitarbeit zustandekommt. Wenn sie keine
Beiträge bzw. Auftritte beisteuern und so einen wesentlichen Bei-
trag zum Fest leisten, dann findet dieses nicht statt. Zentral für die
Idee der Veranstaltung ist, dass sie ein Wunsch der Jugendlichen ist,
dies gilt auch für jeden Beitrag, den diese einbringen. Hier gilt es
auch laufend hinzuschauen: Ist ihr Engagement aus eigenem An-
trieb oder fühlen sie sich eher in der Pflicht?
• Scheitern muss erlaubt sein, dies gilt es auch gegenüber den politi-
schen VertreterInnen zu vermitteln. Das Risiko von Absagen kann
durch Vorbesprechungen und positive Motivation reduziert werden,
dennoch kann nicht garantiert werden, dass es zu keinen Absagen
kommt. Darüber braucht es auch Klarheit auf kommunalpolitischer
Ebene, gegebenenfalls ist es Aufgabe der Jugendarbeit, diese Klar-
heit dort zu schaffen.
• Eine Herausforderung besteht darin, dass sich die Wünsche der Ju-
gendlichen verändern können: Wollen die aktuellen NutzerInnen
zurück zum
Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften