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Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
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Konfliktfeld ‚Soccerplatz‘: Interessensvermittlung 269 13.3 Die zweite BürgerInnen-Versammlung Der Bürgermeister eröffnete die Folgeversammlung Anfang Juni 2015 um 19:30 Uhr in den gleichen Räumlichkeiten wie die erste Zusammenkunft. Zu diesem Zeitpunkt waren drei MitarbeiterInnen der mobilen Jugendarbeit, sieben Jugendliche, sechs AnrainerInnen sowie neben dem Bürgermeister auch sein Vize und die für Jugend zuständige Gemeinderätin anwesend. Die Jugendlichen saßen wieder mit den JugendarbeiterInnen in den hinteren Rei- hen, die AnrainerInnen hatten in den vorderen Reihen Platz genommen. Auf- fällig erscheint, dass am zweiten Treffen deutlich weniger AnrainerInnen teilnahmen. Dies könnte sowohl ein Hinweis auf eine Beruhigung der Situa- tion als auch darauf sein, dass sie sich von der Versammlung keinen Nutzen erwarteten. Erstere Interpretation erscheint etwas wahrscheinlicher, es wäre eher verwunderlich, dass sich die AnrainerInnen die Möglichkeit entgehen lassen hätten, der Gemeindevertretung und den Jugendlichen gegebenenfalls ihren Unmut kundzutun. Zu Beginn erklärte der Bürgermeister, dass es in Bezug auf die Öffnungs- zeiten des Sportplatzes eine 14-tägige Probephase gegeben hätte. Die wäre eigentlich ganz gut verlaufen, erst kurz vor Beginn der Versammlung hätte es wieder Beschwerden gegeben, die allerdings nichts mit den Jugendlichen vom Soccerplatz zu tun hätten. Er selber habe vor einiger Zeit am Platz mit Jugendlichen gesprochen, welche sich dort am Abend treffen und mit ihren Autos kommen. Diesen Jugendlichen und jungen Erwachsenen empfahl er den Parkplatz einer Schule als Ausweichort. Der Großteil der Jugendlichen erschien ihm kooperativ zu sein. Der Polizei hätte er bereits den Auftrag gegeben, dass die Jugendlichen vom Schulparkplatz, wo sie niemanden stö- ren, nicht vertrieben werden sollen. Zwei AnrainerInnen stiegen wieder relativ offensiv in die Diskussion ein und beschwerten sich darüber, dass sie den Bürgermeister angerufen hätten, er aber nicht erreichbar gewesen wäre. Zudem gäbe es am Sportplatz türki- sche Familien, die sich nicht um ihre Kinder kümmern würden, auch würde die Lärmbelästigung jetzt im Sommer immer schlimmer werden. Die einzige Lösung wäre ihrer Auffassung nach, den Platz komplett abzusperren und nur zu bestimmten Zeiten zu öffnen. Der Bürgermeister verwehrte sich daraufhin gegen den Vorwurf, er sei nicht erreichbar gewesen: Das könne nicht sein, so seine Erwiderung. Ein Jugendlicher wurde von einer Anrainerin direkt darauf angesprochen, dass türkische Familien sich nicht um ihre Kinder kümmern würden. Der Jugendliche, der eine dunklere Hautfarbe hatte, entgegnete, dass die Vorwür- fe nicht stimmen würden, außerdem wäre er selbst gar kein Türke. Der Vor- fall deutet an, dass die Jugendlichen manchen AnrainerInnen als Projektions- fläche für diverse Ressentiments dienen. An diesem Punkt schaltete sich ein Mitarbeiter der Jugendarbeit ein und hielt fest, dass es hier nicht um die Her-
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Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Titel
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Untertitel
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Autor
Hemma Mayrhofer
Verlag
Verlag Barbara Budrich
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-8474-1130-7
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
378
Schlagwörter
Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
Kategorie
Geisteswissenschaften
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