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Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
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Analyse institutioneller Vernetzungen als Beitrag zur Wirkungsevaluation? 283 deutet einen hohen Arbeitsaufwand in der Erhebung. Der gravierendste Ein- wand gegen solch ein Vorgehen besteht allerdings darin, dass dieses dem Untersuchungsgegenstand möglicherweise nur unzureichend gerecht wird, d.h. sich die Beschaffenheit und Arbeitsweise der Netzwerke mobiler Ju- gendarbeit über hoch standardisierte Erhebungsinstrumente nicht adäquat erfassen lassen. Dieses letztgenannte Argument gegen eine standardisierende Netzwer- kerhebung und -auswertung soll an folgendem Aspekt verdeutlicht werden: Die Netzwerke der Einrichtungen mobiler Jugendarbeit weisen eine hohe Dynamik auf bzw. können die Beziehungen situativ-flexibel ihren Charakter verändern: Mal findet längere Zeit wenig Austausch und keine Kooperation statt, dann wird rund um eine konkrete Thematik intensiv zusammengearbei- tet. Solche Dynamiken sowie generell die Verknüpfung von Struktur- und Akteursebene lassen sich mit strukturalen bzw. formalen Netzwerkanalysen, deren Verfahren ein hohes Ausmaß an Standardisierung aufweisen, nur schwer erfassen (vgl. Hollstein 2008a, S. 3361ff.). Daraus dürfte sich u.a. das teilweise erkennbare Unvermögen oder Widerstreben der Gesprächspartne- rInnen im Interview gegen eine genaue Lokalisierung ihrer Kontakte in der Netzwerkkarte erklären. Manche Institutionen müssten je nach Situation bzw. zu unterschiedlichen Zeiten verschieden verortet werden. Über das Instru- ment der Netzwerkkarte wird somit eine unzulässige Komplexitätsreduktion der Beziehungsstrukturen und -dynamiken ‚erzwungen‘. Insofern können solche Erhebungsinstrumente in diesem Untersuchungsfeld zwar als visuali- sierende Unterstützung beim Interview dienen, so sie nicht zu großen Wider- stand bei den Befragten auslösen (in einem Teaminterview war dies tenden- ziell der Fall), die dort eingetragenen Informationen anschließend quantifizie- rend auszuwerten erscheint aber wenig gewinnbringend. Zugleich zeigte sich jedoch auch, dass eine qualitativ-deskriptive Netz- werkanalyse, die keine Vernetzung bzw. Kooperation rund um eine konkrete Problemstellung oder Projektinitiative rekonstruiert, sondern inhaltlich auf einer allgemeinen Ebene bleibt, von den Netzwerkbildungen bewirkte Verän- derungen nur mittelbar und eher abstrakt erfassen kann und für eine empi- risch fundierte Wirkungsevaluation relativ unbefriedigende Ergebnisse gene- riert. Insofern erweist sich ein derartiges qualitatives Vorgehen ebenfalls nicht immer als empfehlenswert, in der gegenständlichen Studie etwa ließ sich zwar viel über die Arbeitsweise und Beschaffenheit der Netzwerke mo- biler Jugendarbeit in Erfahrung bringen, dies war aber nicht hauptsächliches Ziel der Forschung. Die in den Interviews und Netzwerkkarten erhobenen Informationen las- sen erkennen, dass die jeweiligen Teams eine Fülle an Kontakten zu unter- schiedlichen institutionalisierten AkteurInnen im Sozialraum haben und mit ihnen zu vielfältigen Anlässen und in diversen Settings zusammenarbeiten. Die vier Einrichtungen scheinen demzufolge gut eingebettet und vernetzt zu
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Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Titel
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Untertitel
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Autor
Hemma Mayrhofer
Verlag
Verlag Barbara Budrich
Ort
Wien
Datum
2017
Sprache
deutsch
Lizenz
CC BY-NC-ND 3.0
ISBN
978-3-8474-1130-7
Abmessungen
14.8 x 21.0 cm
Seiten
378
Schlagwörter
Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
Kategorie
Geisteswissenschaften
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