Seite - 288 - in Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
Bild der Seite - 288 -
Text der Seite - 288 -
288 Andreas Bengesser
15.1 Datengrundlage
Die folgenden Auswertungen basieren auf Daten des österreichischen Sicher-
heitsmonitors (SIMO), ein bundesweites Datenanalyse- und Speicherungs-
system, das Exekutivbeamten zur Aufklärung und Prävention von Straftaten
dient (vgl. Lattacher 2004, umfassendere Informationen zur Entstehung und
Funktionsweise des Instruments finden sich in Marouschek 2009). Die Daten
des Sicherheitsmonitors sind in der Regel nicht öffentlich zugänglich, da es
sich dabei um ein Arbeitsinstrument der Exekutive handelt, welches die erste
Verdachtslage umfassend abbilden soll. Der Sicherheitsmonitor ist aber keine
Statistik konkreter Ermittlungsergebnisse und Delikte, die von der Polizei an
die Staatsanwaltschaft angezeigt werden. Der Zugang zu diesen Daten war
deshalb möglich, weil das Bundeskriminalamt auch Projektpartner von
JA_SICHER ist.
Die untersuchten Daten enthalten u.a. genaue Angaben über die Art und
den Zeitpunkt der Delikte sowie über den Tatort. Um eine genaue Eingren-
zung auf Delikte der Zielgruppe von Interventionen der Jugendarbeit zu er-
reichen, wurden nur solche Delikte berücksichtigt, bei denen der Polizei
tatverdächtige Personen bekannt waren. Bei diesen Delikten werden Angaben
über Alter und Geschlecht der Tatverdächtigen vermerkt. Daher konnten
Delikte sowohl für bestimmte Tatorte als auch für bestimmte Altersgruppen
ausgewählt werden. Hierbei beschränkte man sich auf die vorrangigen Ziel-
gruppen mobiler Jugendarbeit: strafunmündige Minderjährige (unter 14 Jah-
re), strafmündige Minderjährige (bis inkl. 17 Jahre) und junge Erwachsene
(18-20 Jahre). Die räumliche Auswahl der Delikte orientierte sich am örtli-
chen Tätigkeitsbereich unterschiedlicher Einrichtungen der mobilen Jugend-
arbeit.
Auswahl der untersuchten Regionen
In Summe wurden Daten zu 14 verschiedenen Regionen in die Auswertungen
einbezogen, davon acht, an denen die vier Einrichtungen mobiler Jugendar-
beit, die Partnerinnen des Forschungsprojektes sind, Aktivitäten setzen, so-
wie sechs Vergleichsregionen. Bei den von den Einrichtungen der mobilen
Jugendarbeit bekannt gegebenen acht Einsatzregionen handelt es sich um
„Problemregionen“. Hier kam es – zumindest aus Sicht von BewohnerInnen
oder der lokalen politischen Vertretung – häufiger zu Problemen mit Kin-
dern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Daher wurden hier die Einrich-
tungen – auf Anregung Dritter – aktiv. Um eine Stigmatisierung dieser Regi-
onen zu vermeiden, werden sie nicht namentlich angeführt. Da die Orte, an
denen die mobile Jugendarbeit tätig ist, – nomen est omen – veränderbar
sind, können diese nicht immer punktgenau einem Ort zugeordnet werden.
zurück zum
Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften