Seite - 309 - in Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
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Wirkungsevaluation anhand von Daten des Sicherheitsmonitors 309
einen Ausreißer in einer der Einsatzregionen der mobilen Jugendarbeit zu-
rückzuführen.
Abschließend ist nochmals darauf hinzuweisen, dass sich diese Ergebnis-
se auf Delikte mit bekannten Tatverdächtigen beziehen. Nicht berücksichtigt
werden konnten hingegen solche Delikte, für die keine tatverdächtige Person
festgestellt wurde, da es hier nicht möglich ist, auf die Zielgruppen mobiler
Jugendarbeit einzuschränken. Die Ergebnisse sind aufgrund der sehr komple-
xen Wirkzusammenhänge auch eher als starke Indizien für die Wirksamkeit
mobiler Jugendarbeit zu interpretieren und weniger als sichere Beweise.
Solche Berechnungen können zugleich keine Erkenntnisse darüber anbieten,
WIE mobile Jugendarbeit wirkt, hierzu braucht es andere methodische Zu-
gänge, wie sie im Projekt JA_SICHER auch umgesetzt wurden. Die wir-
kungsbezogenen Analysen der Daten des Sicherheitsmonitors stellen in die-
sem Sinne eine gewinnbringende Ergänzung des breiten Methodenspektrums
des Forschungsdesigns dar.
Modelldiagose
Da Regressionen auf zahlreichen Annahmen basieren, müssen diese einer
Prüfung standhalten. Der Wald-Test weist in allen Modellen in Tabelle 11
auf Heteroskedastie52 hin (vgl. Tabelle 20), daher wurden bei allen Modellen
heteroskedastie-robuste Standardfehler der Regressionskoeffizienten ausge-
wiesen (vgl. Tabelle 11). Zusätzlich weisen viele Modelle eine Autokorrela-
tion53 der standardisierten Residuen erster Ordnung auf (vgl. Tabelle 22).
Dieser Umstand wurde durch die Berechnung heteroskedastie- und autokor-
relationsrobuster Schätzer berücksichtigt. Mittels Breusch-Pagan LM Tests
(vgl. Tabelle 24) und Pesaran Tests (vgl. Tabelle 25) wurde überprüft, ob die
Fehlertermen mit den Regionen korrelieren. Da längere Zeitreihen vorliegen,
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52 In der Statistik bezieht sich dieser Begriff auf eine ungleiche Streuung (Varianz) der Stör-
terme. Vor allem in älteren Lehrbüchern wird häufig der Eindruck erweckt, dass Homoske-
dastizität der Normalfall und Heteroskedastizität eine unangenehme Ausnahmeerscheinung
sei. Diese Sichtweise ist irreführend, heteroskedastische Störterme dürften eher den Normal-
fall als die Ausnahme darstellen. Das Vorliegen von Heteroskedastizität stellt eine Verlet-
zung der Annahmen des klassischen Modells der linearen Regression dar und führt zu einem
Effizienzverlust der OLS-Schätzer (Kleinstquadratemethode, gewöhnliche) und falsch er-
mittelten Standardfehlern, die dazu führen, dass Standardtests an Aussagekraft verlieren. Ei-
ne Verzerrung der OLS-Schätzer folgt nicht.
53 Autokorrelation bedeutet „mit sich selbst korreliert“, das heißt, verschiedene Beobachtungen
einer Variable sind untereinander korreliert. Wenn in der Ökonometrie einfach von Autokor-
relation gesprochen wird, bezieht sich dies fast immer auf eine Autokorrelation der Störter-
me. Im einfachsten Fall ist jeder Störterm mit dem Störterm der Vorperiode korreliert. Die
durch Autokorrelation verursachten Probleme ähneln in mehrerlei Hinsicht denen bei Hete-
roskedastizität.
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Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften