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dies möglich ist. Nicht immer wird es aber hierfür die Rahmenbedingun-
gen oder Bereitschaft geben bzw. ein Konflikt ev. auch zu ‚klein‘ dafür
sein. Dann kann das Spannungsfeld, in dem die eigene Rolle als Jugend-
arbeiterIn zur Aufgabe der Konfliktvermittlung zwischen Jugendlichen
und anderen Personen steht, in manchen Fällen durch eine getrennte Be-
sprechung des Konflikts mit den verschiedenen Parteien abgeschwächt
werden.
• Durch ihre beachtlichen institutionellen Netzwerke und das umfangrei-
che Wissen um professionelle Unterstützungsangebote können die Ein-
richtungen mobiler Jugendarbeit in vielerlei Hinsicht auf ein großes Res-
sourcenreservoir zurückgreifen und den Jugendlichen erschließen. Für
die Weitervermittlungen an spezialisierte Hilfen erweist sich als wichtig,
solche beabsichtigten Weiterverweisungen gut vorzubereiten und die
Schwellen der Schnittstelle (v.a. unvertraute Institution mit zumeist stan-
dardisierteren und höheren Anforderungen/Erwartungen an die Nutze-
rInnen) zu senken bzw. überwinden zu helfen. Hilfreich erweisen sich
dabei den Erfahrungen der JugendarbeiterInnen zufolge neben einem
ausreichenden Leidensdruck auf Seiten des/der Jugendlichen zeitliche
und räumliche Unmittelbarkeit (d.h. keine langen Zeiten und Wege zwi-
schen Virulentwerden einer Problematik und Weitervermittlung) und
möglichst individuelle Begleitung und Abstimmung auf die einzelne Per-
son. Weitere schwellensenkende Praktiken können sein: eine persönliche
Ansprechpartnerin bzw. einen persönlichen Ansprechpartner in der neu-
en Einrichtung/Stelle vermitteln, dorthin selbst als JugendarbeiterIn mit-
gehen, die Jugendlichen vorab mit den neu auf sie zukommenden Erwar-
tungen und Anforderungen vorbereiten etc. (vgl. auch Mayrhofer
2016b).
Empfehlungen für die Gestaltung der Schnittstelle zwischen mobiler Jugend-
arbeit und relevanten Umwelten:
• Kommunalpolitische RepräsentantInnen stellen einen äußerst wichtigen
Bezugspunkt für Einrichtungen mobiler Jugendarbeit dar, sind die Ju-
gendarbeiterInnen doch einerseits in deren politischen Zuständigkeitsbe-
reich öffentlich sichtbar unterwegs und aktiv sowie andererseits in der
Regel auch FördernehmerInnen der kommunalpolitischen Ebene (Ge-
meinde oder Bezirk). Dadurch und durch ihren unmittelbaren Bezug zu
Jugendlichen, die nicht selten als potenziell abweichend, störend und
problematisch betrachtet werden, stehen sie unter breiter Beobachtung
der lokalen Öffentlichkeit (dies gilt für den ländlichen Raum nochmals
mehr als für den großstädtischen) – und sie sind aufgrund ihrer Arbeits-
weise auch in besonderem Ausmaß beobachtbar. Auch wenn die maß-
geblichen Bezugspunkte der täglichen Arbeit die Jugendlichen sind, er-
weist es sich deshalb als essenziell für mobile Jugendarbeit, auf eine von
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Buch Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit - Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse"
Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Titel
- Wirkungsevaluation mobiler Jugendarbeit
- Untertitel
- Methodische Zugänge und empirische Ergebnisse
- Autor
- Hemma Mayrhofer
- Verlag
- Verlag Barbara Budrich
- Ort
- Wien
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY-NC-ND 3.0
- ISBN
- 978-3-8474-1130-7
- Abmessungen
- 14.8 x 21.0 cm
- Seiten
- 378
- Schlagwörter
- Society & social sciences, Social services & welfare, criminology, Social welfare & social services, Social work
- Kategorie
- Geisteswissenschaften