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164 | Theoretische Voraussetzungen
führt, dass der Text nicht als prototypisch nähesprachlich gelten kann. Da sich
die Einteilung der Intonationsphrasen in satzförmige (KS und MS) und nicht-
satzförmige (Ellipse bzw. KomS, Anakoluth und Nähezeichen) Einheiten als
Überkategorien aber mit Hennigs Einteilung deckt und sich die hier durchge-
führte Untersuchung nur in der Subtypisierung bzw. weiteren Ausdifferenzie-
rung teilweise von Hennigs Einteilung unterscheidet, liegt ein Vergleich der
Ergebnisse nahe.212
Die folgende Aufstellung (Tabelle 10) veranschaulicht die bei Hennig (2006)
belegten absoluten und relativen Häufigkeiten der Einheitentypen. Zur besseren
Vergleichbarkeit werden die Ergebnisse aus Teilkorpus JD, ED und GF – ein-
schließlich einer Zusammenfassung der Kategorien KS und MS zur in Hennig
vorgenommenen übergreifenden Kategorie Satz – nachfolgend angeführt:
Tab. 10: Verteilung der Grundeinheitentypen im Vergleich zu Hennig (2006: 272)
Satz
(KS/MS) Ellipse (KomS) Anakoluth Nähezeichen Gesamt
Hennig 103 42,21% 47 19,26% 9 3,69% 85 34,84% 244 100%
GF 5166 61,14% 1557 18,43% 457 5,41% 1269 15,02% 8449 100%
ED 5731 37,17% 3482 22,58% 1291 8,37% 4916 31,88% 15420 100%
JD 5726 42,18% 4361 32,12% 787 5,80% 2702 19,90% 13576 100%
In Hennigs Beispielgespräch kommen als häufigste Einheitentypen Sätze (KS
und MS; 42,21%) und Nähezeichen (34,84%) vor. Die Autorin stellt eine relativ
geringe Anzahl an Anakoluthen (3,69%) fest, räumt aber gleichzeitig ein, dass
die geringe Datenmenge keine verallgemeinernden Schlussfolgerungen zulässt, vielmehr
ist damit zu rechnen, dass informellere Diskursformen bzw. nähesprachlichere Diskurse
über eine höhere Anzahl an Anakoluthen verfügen. (Hennig 2006: 273)
Diese Vermutung bestätigt sich im Vergleich mit den beiden dialektal geprägten
informellen Korpora ED und JD: So sind bei den jugendlichen Osttiroler/-innen
Anakoluthe mit 5,80% schon deutlich häufiger, und in Teilkorpus ED Anako-
||
212 An dieser Stelle muss noch einmal explizit auf den sehr geringen Umfang des von Hennig
analysierten Beispieltextes von 244 Token hingewiesen werden. Die Autorin verweist selbst
ausdrücklich darauf, dass sie das Gespräch nur exemplarisch ausgewertet habe und dass
folglich aus ihrer Darstellung „allenfalls Tendenzen abgelesen werden [können]“. (Hennig
2006: 272).
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Jugendkommunikation und Dialekt
Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
- Titel
- Jugendkommunikation und Dialekt
- Untertitel
- Syntax gesprochener Sprache bei Jugendlichen in Osttirol
- Autor
- Melanie Lenzhofer
- Verlag
- De Gruyter Open Ltd
- Datum
- 2017
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-11-050330-2
- Abmessungen
- 14.8 x 22.0 cm
- Seiten
- 502
- Kategorie
- Geographie, Land und Leute